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Wahlergebnisse in Deutschland - unbereinigt
 
 
 

Wahl in Nordrhein-Westfalen vom 9. Mai 2010

Offiziell verbreitetes Ergebnis (Zum Vergleich auch die drei Wahlen davor)
Datum
9.5.2010
22.5.2005 14.5.2000 14.5.1995              
Wahlbeteiligung
59,3
63%
56,7%
64%
             
 
CDU/CSU
34,6
44,8
37,0
37,7
             
SPD
34,5
37,1
42,8
46,0
             
FDP
6,7
6,2
9,8
4,0
             
Grüne
12,1
6,2
7,1
10,0
             
Linke,
2005: PDS u.WASG - 2000: PDS
5,6
3,1
1,1
-
             
Sonstige
(6,5)
2,6
2,2
2,3
             
Ungültige Stimmen
in % aller abgegebenen Stimmen
1,4
1,1
1,0
0,7
             

Wahlergebnis unter Berücksichtigung der Wahlbeteiligung (Ebenfalls mit den entsprechend umgerechneten drei Wahlen davor in NRW. -Abweichungen von der Summe 100 durch Auf- und Abrundungen-.
In der fünften Spalte rechts sind für 2010 zusätzlich noch die ungültigen Stimmen berücksichtigt worden
. Das Ergebnis ist auf zwei Stellen hinter dem Komma genau und spiegelt letztendlich das tatsächliche Ergebnis der Landtagswahl wieder.)
Datum
9.5.2010
22.5.2005
14.5.2000
14.5.1995
2010
Wahlbeteiligung
59,3
63%
56,7%
64%
CDU/CSU
20,5
28,2
21,0
24,1
20,20
SPD
20,4
23,4
24,2
29,4
20,16
FDP
4,0
3,9
5,55
2,6
3,93
Grüne
7,2
3,9
4,0
6,4
7,08
Linke,
2005: PDS u.WASG - 2000: PDS
3,3
1,95
0,6
-
3,27
Sonstige
3,8
1,6
1,2
1,5
2,98
Ungültige
0,85
Nichtwähler
40,7
37,0
43,3
36,0
41,53

 

Zu den Ergebnissen der letzten und den davor liegenden 10 Bundestagswahlen

Bei der Bundestagswahl 2009 hat sich ein langjähriger Trend sehr deutlich fortgesetzt, den die hohe Politik nicht wahrhaben will: Sie verliert über die Wahlperioden hinweg auf allen Ebenen massiv an Rückhalt in der Bevölkerung.
Das beste Mittel, über diese Tatsache hinwegzutäuschen, ist für die etablierten Parteien die offizielle Art der Darstellung von Wahlergebnissen.
Wie stark unser demokratisches System sich selbst demontiert, wird erst mittels der Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung deutlich.


Nachfolgend die Prozentanteile der Parteien bezogen auf alle Wahlberechtigten und die Veränderungen seit der Bundestagswahl 1972 (Nur Zweitstimmen).

1. Offizielle Ergebnisse der letzten 10 Bundestagswahlen laut Bundeswahlleiter:

Datum
27.9.2009
18.9.2005 22.9.2002 27.9.1998 16.10.1994 2.12.1990 25.1.1987 6.3.1983 5.10.1980 3.10.1976 19.11.1972
Wahlbeteiligung
70,8 %
77,7 %
79,1 %
82,2 %
79,0 %
77,8 %
84,3 %
89,1 %
88,6 %
90,7 %
91,1 %
 
CDU/CSU
33,8
35,2
38,5
35,1
41,5
43,8
44,3
48,8
44,5
48,6
44,9
SPD
23,0
34,2
38,5
40,9
36,4
33,5
37
38,2
42,9
42,6
45,8
FDP
14,6
9,8
7,4
6,2
6,9
11
9,1
7
10,6
7,9
8,4
Grüne
10,7
8,1
8,6
6,7
7,3
3,8/1,2
8,3
5,6
-
-
-
Linke, b. 2002 PDS
11,9
8,7
4
5,1
4,4
2,4
-
-
-
-
-
Sonstige
6
4
3
5,9
3,6
4,2
1,4
0,5
2
0,9
0,9
Ungültige Stimmen
in % aller abgegebenen Stimmen
1,4
1,6
1,2
1,3
1,3
1,1
0,9
0,9
0,9
0,9
0,8

2. Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen Wahlberechtigten:

Datum
27.9.2009
18.9.2005 22.9.2002 27.9.1998 16.10.1994 2.12.1990 25.1.1987 6.3.1983 5.10.1980 3.10.1976 19.11.1972
Wahlbeteiligung
70,8
77,7 %
79,1 %
82,2 %
79,0 %
77,8 %
84,3 %
89,1 %
88,6 %
90,7 %
91,1 %
 
CDU/CSU
23,9
27,3
30,4
28,8
32,7
34,0
37,3
43,4
39,4
44,0
40,9
SPD
16,3
26,5
30,4
33,6
28,7
26
31,2
34
38
38,6
41,7
FDP
10,3
7,6
5,8
5,1
5,4
8,5
7,6
6,2
9,4
7,1
7,6
Grüne
7,6
6,3
6,8
5,5
5,7
(2,9/-)?
7
5
-
-
-
Linke, b. 2002 PDS
8,4
6,7
3,1
4,2
3,4
1,8
-
-
-
-
-
Sonstige
4,2
3,1
2,3
4,8
2,8
3,2
1,2
0,4
1,7
0,8
0,8
Nichtwähler
29,2
22,3
20,9
17,8
21
22,2
15,7
10,9
11,4
9,3
8,9

Zu Tabelle 1:
-- Die Zahl der ungültigen Stimmen steigt langsam an. Sind dies Leute, die zu dumm sind, um ihre Kreuzchen richtig zu setzen, oder eher zunehmender Ausdruck stillen Protests Einiger in der Wahlkabine? Die ungültigen Stimmen werden nicht als ein Teil der abgegebenen Stimmen gerechnet, sondern fehlen in den zusammen 100% für die Parteien.
(Beispiel: Zur Wahl 2005 gingen von 61870711 Wahlberechtigten 48044134, also 77,7 %, zur Wahl. Bei den Zweitstimmen waren hiervon 756146, also 1,57 %, ungültig.
Die 16631049 Stimmen für die Unionsparteien beispielsweise, offiziell 35,2 %, wurden lediglich bezüglich der 47287988 gültigen Stimmen errechnet. Bezogen auf die insgesamt abgegebenen Stimmen hatte die Union nur 34,6 %.)

Zu Tabelle 2:
-- Die beiden großen deutschen Parteien Union und SPD verlieren stetig an Zuspruch. Die Union lag bei den ersten der dargestellten Wahlen noch bei effektiven 40 bis 45 %, während sie heute noch mit höchstens 25 bis 30% rechnen kann. Für die SPD sieht es, jedenfalls bis 2005 betrachtet, nicht ganz so schlecht aus. Für sie verringert sich das Ergebnis von 35 bis 40 % in den 1970er und frühen 1980er Jahren auf ebenfalls 25 bis 30 %. Sehr wahrscheinlich aber wird sie ihr Desaster bei der kommenden Wahl am 27. September nachholen und ein effektives Ergebnis um die 20 % von allen Wahlberechtigten einfahren.
Sollte es nach den 27. September 2009 wieder zu einer sogenannten großen Koalition kommen, hätten wir zum ersten Mal eine Regierung aus den größten deutschen Parteien, die von weniger als 50 % aller Wahlberechtigten gewollt ist.
-- Die FDP stagniert seit 10 Bundestagswahlen mit wenigen Abweichungen zwischen 6 und 8 %, die Grünen seit 7 Wahlen zwischen 5 und 7 %.

Nachfolgend drei verschiedene graphische Darstellungen der letzten 11 Bundestagswahlergebnisse unter Berücksichtigung des Nichtwähleranteils. - So viel Stimmenanteile bekamen die Parteien tatsächlich von den Wahlberechtigten.

 

Ergebnisse der drei Landtagswahlen vom 30.August 2009

1. Offizielle Ergebnisse laut Bundeswahlleiter:

Sachsen
Thüringen
Saarland
Wahlbeteiligung in % 2009 (2005)
52 (60)
56 (54)
68 (56)
100
100
101,5
CDU
40,2
31,2
34,5
SPD
10,4
18,5
24,5
FDP
10,0
7,6
9,2
Linke
20,6
27,4
21,3
Grüne
6,4
6,2
5,9
NPD
5,6
4,3
1,5
Andere
6,8 (dav. Piraten 1,9)
4,8
4,6


2. Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen Wahlberechtigten:

Sachsen
Thüringen
Saarland
Wahlbeteiligung in % 2009 (2005)
52 (60)
56 (54)
68 (56)
CDU
20,9
17,5
23,4
SPD
5,4
10,3
16,6
FDP
5,2
4,2
6,2
Linke
10,7
15,3
14,5
Grüne
3,3
3,5
4,0
NPD
2,9
2,4
1,0
Andere
3,5 (Piraten 1)
2,7
3,1
Nichtwähler
48
46
32

 

Zu den Ergebnissen der Europawahl am 7. Juni 2009

Noch deutlicher wird der mangelhafte Zuspruch aus der Bevölkerung für die Parteien angesichts der Europawahlen, hier dargestellt seit der ersten Europawahl 1979.

1. Offizielle Ergebnisse der Wahlen zum Europäischen Parlament in Deutschland laut ARD-Wahlarchiv:

Jahr
Wahlbeteiligung
2009
43,3 %
2004
43 %
1999
45,2 %
1994
60,0
1989
62,3 %
1984
56,8 %
1979
65,7 %
CDU/CSU
37,3
44,5
48,7
38,3
37,7
46
49,2
SPD
20,8
21,5
30,7
32,2
37,3
37,4
40,8
FDP
11
6,1
3
4,1
5,6
4,8
6
Grüne
12,1
11,9
6,4
10,1
8,4
8,2
-
Linke, bis 2004 PDS
7,5
6,1
5,8
4,7
-
-
-
Sonstige
10,7
9,8
5,4
10,3
10,8
3,7
4
Besonderheiten
davon
Rep 7,1

 

2. Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen Wahlberechtigten:

Jahr
Wahlbeteiligung
2009
43,3 %
2004
43 %
1999
45,2 %
1994
60,0
1989
62,3 %
1984
56,8 %
1979
65,7 %
CDU/CSU
16,4
19,1
22
23,2
23,5
26,1
32,3
SPD
9
9,24
13,9
19,3
23,2
21,24
26,8
FDP
4,76
2,6
1,35
2,46
3,5
2,7
3,9
Grüne
5,2
5,1
2,9
6
5,2
4,65
-
Linke, bis 2004 PDS
3,24
2,6
2.6
2,8
-
-
-
Sonstige
4,6
4,2
2,44
6,2
6,7
2,1
2,6
Besonderheiten
davon
Rep 4,4

Erst mit dieser objektiven Darstellung des Wahlausgangs werden für die Parteien unangenehme Details bezüglich des EU-Parlaments deutlich:

-- Die Unionsparteien haben nur noch etwa halb so viel Zuspruch bei der Bevölkerung, wie bei der ersten Europawahl, ja ihr Stimmenanteil hat sich ganz ohne Bruch über die 30 Jahre stetig verringert.
-- Die SPD hat 2009 gar nur noch ein Drittel des Zuspruchs wie bei der Wahl 1979.
-- Die FDP hat deutlich hinzu gewonnen. Das Ergebnis von 2009 fällt aus dem Rahmen, liegt aber gegenüber 1979 gar nicht so hoch, wie es scheint.
-- Die Grünen stagnieren seit ihrer ersten Wahl 1984 auf ähnlichem Niveau, mit Ausnahme des sehr niedrigen Wertes für 1999. Im Jahr 1989 erhielten sie ebenso viele Stimmen wie 2009, 1994 lag das objektive Ergebnis sogar darüber.
-- Die Linke erhielt 2009 kaum mehr Stimmen, als die PDS alleine im Jahr 1994.
-- Die sonstigen Parteien stagnieren seit 30 Jahren in der Bedeutungslosigkeit. Lediglich die rechten Parteien erzielen als kurzfristige Modeerscheinung leichte, Gewinne, um danach aber wieder zu verschwinden.

 

Januar 2009

19.01.09

Über die wirklichen und ungeschönten Ergebnisse der Landtagswahl in Hessen.

Hessen hat gewählt. Die Wahlbeteiligung ist auf 61 % abgesunken.
Wenn dies in den offiziellen Wahlergebnissen nicht berücksichtigt wird, unterschlägt man damit eine in unserem demokratischen System schlummernde Problematik, die den Sinn dieses System allmählich untergräbt.
Was soll daran noch demokratisch sein, wenn eine Regierung in Wahrheit lediglich von einem kleinen Bruchteil der Bevölkerung gewählt wurde und wenn so defacto nur noch Minderheitsregierungen zustande kommen?
Das stetige Absinken der Wahlbeteiligung auf allen Ebenen muss ja einen Grund haben, und dieser Grund hat etwas mit den zur Wahl stehenden Parteien und der Arbeit der gewählten Politikern zu tun. Wenn sinkende Wahlbeteiligungen nicht rechnerisch in den Ergebnissen der Wahlen berücksichtigt werden, unterschlägt man damit einen eventuell heilsamen Rückkopplungseffekt an die Parlamentarier.
Zynisch besehen und gedanklich auf die Spitze getrieben könnte sich so eine neuartige Taktik von gewählten Volksvertretern ergeben:
Man macht eine derart schlechte Politik, dass immer mehr Leute sich der Wahl verweigern. Irgendwann gelingt die Sicherung der Macht dann ganz einfach mittels einer verschwindend kleinen Stammwählerschaft, die in den Wahlkabinen nur noch aus sturem Lagerdenken und reflexartigem Zugehörigkeitsgefühl an immer die gleiche Partei ohne vernünftige Reflexion über die stattfindende Politik ihr Kreuzchen macht.
Wollen wir dies?

Da die Medien die Wahlbeteiligung in den Wahlergebnissen wieder nicht berücksichtigen und nur die offiziellen Zahlen und Interpretationen wiedergeben, veröffentlicht Zukunftslobby.de hier die wahren Wahlergebnisse dieser Landtagswahl:

(Offizielles Ergebnis:
CDU: 37,2%, - SPD: 23,7%, - FDP: 16,2%, - Grüne: 13,7%, - Linke: 5,4%)

Von der gesamten Gruppe der wahlberechtigten Menschen in Hessen jedoch erhielten die Parteien:
CDU: 22,7%, - SPD: 14,4%, - FDP: 9,9%, - Grüne: 8,3%, - Linke: 3,3%.


Nicht mal jeder vierte Wahlberechtigte hat die CDU gewählt, nur jeder zehnte gab die Stimme der FDP. Nicht mal jeder siebte Wähler stimmte für die SPD, jeder zwölfte für die Grünen und jeder dreißigste für die Linkspartei.

Die nun zustande kommende schwarz-gelbe Regierung ist von 32,6% der WählerInnen gewollt, nicht mal ein Drittel der Wahlberechtigten.
Dies ist alles andere als eine demokratisch akzeptable Mehrheit.

Im Vergleich zu den Ergebnissen vor einem Jahr
(- 2008 offiziell: CDU: 36,8%, - SPD: 36,7%, - FDP: 9,4%, - Grüne: 7,5%, - Linke: 5,1% -)
ergibt sich folgendes Bild:

CDU (2008: 23,6%) verliert 0,9 Prozent, (offiziell: gewinnt 0,4 %)
SPD (2008: 23,5%) verliert 8,9 Prozent, (offiziell: verliert 13 %)
FDP (2008: 6,0%) gewinnt 3,9 Prozent, (offiziell: gewinnt 6,8 %)
Grüne (2008: 4,8%) gewinnt 3,5 Prozent, (offiziell: gewinnt 6,2 %)
Linkspartei (2008: 3,3%) bleibt unverändert, (offiziell: gewinnt 0,3%)