Zukunftslobby.de

 
Selbstverständnis des Vereins Zukunftslobby e.V.
 
 


Die Menschen:

Wir sind nicht einverstanden mit der gegenwärtigen globalen Realität.
Wir glauben, wenn sich nichts grundlegend, umfassend und einschneidend ändert, versinkt die Weltgesellschaft in eine Katastrophe neuartigen Ausmaßes und ungewisser Dauer.

Nachdem wir schon vieles versucht haben in den letzten Jahren, in Umweltschutzorganisationen engagiert und in Bevölkerungsinitiativen aktiv waren, auf Demonstrationen die gemeinsame Wut und danach die Ohnmacht verspüren mussten, nachdem wir in Parteien und Kommunalparlamenten ernüchtert wurden, uns in der Gründung neuer Parteien Hoffnung suchten aber Aussichtslosigkeit fanden, nachdem wir uns innerhalb unseres Berufs Möglichkeiten erhofften, als Journalistinnen und Wissenschaftler, Arbeiter und Handwerkerinnen, Sozialberufler und Unternehmende und doch nur die Grenzen der Mühlen spürten, nachdem wir uns als Mütter und Väter äußerten, als Wohlhabende und Arme, als Betroffene und Geschädigte oder als Arbeitslose und ins Abseits Gedrängte und sahen, dass die Einzelnen übersehen und missachtet werden, nachdem wir auf gesunden Menschenverstand zählten, wie auf Mitgefühl und Vernunft, aber zu oft der Selbstgefälligkeit und dem Opportunismus der Obrigkeit begegneten, nachdem wir nach Antworten gruben und felsige Ignoranz freilegten, nach Gerechtigkeit uns sehnten und das Eintreten dafür nur Erstaunen verursachte,
mussten wir feststellen, dass die herrschende Struktur letztendlich doch alle Bemühungen aufsaugt, verwässert, ins Leere lenkt oder stumpf macht.

Wir glauben, die Welt ließe sich wesentlich besser und menschlicher gestalten,
mit mehr wirklicher Demokratie und weniger parlamentarischer und parteiischer Bevormundung,
mit mehr Achtung vor der Schöpfung und weniger begründeter Angst um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen,
mit rein qualitativem Wachstum, persönlicher Freiheit und Muße und mit weniger Dingen, Quantitäten, Zwängen und Moden,
mit bedingungsloser Gerechtigkeit und ohne Herrschaft linker, rechter, fundamentalistischer und kapitalistischer Ideologie und
mit weiser Voraussicht, orientiert an den eigentlichen, unverzichtbaren Grundlagen menschlicher Existenz als Richtschnur für Gegenwart und Zukunft.


Initiativen für eine bessere Welt:

In Deutschland gibt es etliche Gruppen und Organisationen, die das öffentliche Augenmerk auf soziale, ökologische oder menschenrechtliche Probleme lenken. Sie, auch Nichtregierungsorganisationen oder NGOs genannt, führen verschiedenste Aktionen durch, um zu helfen, zu retten oder auf die Notwendigkeit einer Umsteuerung hinzuweisen.
Sie sammeln Unterschriften gegen große Bauprojekte, für besseren Naturschutz, gegen die Verklappung von Müll. Sie propagieren einen besseren Arten- und Biotopschutz, eine ökologisch verträglichere Verkehrspolitik, einen Verbraucherschutz, der auch dieses Wort verdient, eine gerechte weltweite Finanzpolitik, effektiven Minderheitenschutz und Schutz ärmerer Länder vor politischer und wirtschaftlicher Ausbeutung, eine menschengerechte Ernährung, die Bevorzugung regenerativer Energiequellen, neue Strategien gegen den Klimawandel und vieles Andere mehr.
Sie appellieren an Politiker und sonstige Entscheidungsträger, warnen vor Einschränkungen unserer demokratischen Freiheit, vor Korruption und Sozialabbau, blockieren Verkehrswege, besetzen Schornsteine, pflanzen Bäume, schützen Bäche, kümmern sich um Obdachlose, um gemobbte ältere Bürger und andere sozial benachteiligte, um vernachlässigte Kinder und bedrohte Gemeinschaftseinrichtungen, usw., usw. -
Lassen sich diese Einzelgeflechte vielleicht zu einem Netz zusammenfügen?


Die Idee:

In einem Artikel im "Spiegel" 30/2007 "Die Weltsanierer" äußerten sich mehrere International einflussreiche Persönlichkeiten zur Frage, was nötig wäre, um die Welt in eine bessere Zukunft zu führen.

Robert Watson, Direktor der Umweltabteilung der World Bank meint etwa, auch wenn nützlich sei, was Bäume schütze und Häuser umrüste, sei das große Ganze, unser Planet, damit dann doch nicht zu retten. Alles hinge mit allem zusammen. Jedes der vielen Probleme lasse sich mit Stiftungen und Bewegungen natürlich einzeln angehen, aber wirklich beseitigen lasse sich keines davon für sich allein. Das eigentliche Problem unserer Zeit sei, dass es den großen Rahmen für das Ganze nicht gebe. Ob Konzerte gegen den Klimawandel, Stiftungen von Milliardären, Initiativen und sonstige begrenzte Ideen, alles sei letztendlich doch Spielerei, Gehabe, eine Mode oder eine Laune. Ohne ein "globales, langfristiges, stabiles Regelwerk" mit klaren Zielen werde niemals die Massenbewegung entstehen, die entstehen müsste.
Muhammad Yunus aus Bangladesch, Friedensnobelpreisträger und Ökonom, "Bankier der Armen" und Erfinder der Mikrokredite vermisst gegenüber dem herrschenden Theorem des Kapitalismus eine neue Ethik, eine Weltmoral. Der Kapitalismus sei falsch, weil er den Unternehmer ausschließlich als "money maker" definiert, statt ihn als Menschen zu begreifen, als soziales Wesen, angefüllt mit Idealen, mit Träumen, mit Spiritualität. Er habe viele Unternehmer kennen gelernt, die nach Wegen suchen, Gutes zu tun, nicht als Wohltäter, sondern sie wollen grundsätzlich neue Wege gehen, um das Richtige zu machen."Sie haben nur leider keine Ideen," sagt Yunus.
Joseph Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger, scharfer Kritiker der amerikanischen Regierung und Professor an der Columbia Universität New York fordert Gerechtigkeit im internationalen Handel, einen internationalen Gerichtshof und Zölle gegen Waren aus den USA. Diese seien unter Ausstoß besonders vieler Treibhausgase hergestellt. Alle Emissionsverursacher müssten die Kosten für die von ihnen angerichteten Umweltschäden tragen. Stiglitz, der weiß wie die Weltwirtschaft funktioniert sagt, jeder denke an seinen Vorteil und "es ist deshalb sehr viel sinnvoller, Unerwünschtes wie Umweltverschmutzung zu besteuern als Erwünschtes wie Ersparnisse oder Arbeit."
Pascal Lamy, Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO, sagt, die Zivilgesellschaft habe zwar bei vielen Themen eingegriffen, Entwicklung, Tierwelt, Umwelt, aber all die NGOs arbeiten thematisch fixiert, es gebe noch keine weltweite NGO, die alle Themen im Zusammenhang im Blick hätte. Damit wiederhole auch das System der Nichtregierungsorganisationen nur, was ihm die Regierungen vormachen: Jeder steht und spricht und handelt für sich.


Der Verein Zukunftslobby:

Hier will die Initiative Zukunftslobby ansetzten.
Das Konzept der Kategorischen Marktwirtschaft wurde speziell angesichts der oben beispielhaft von den vier Herren angedachten Problematik entwickelt. Die Kategorische Marktwirtschaft betrachtet alles im Zusammenhang und zeigt den großen Rahmen für das Ganze auf. Sie schlägt die Begehung eines völlig neuen Weges vor, die Umsetzung einer neuen Ethik, einer Weltmoral, begonnen im Bereich der nationalen und globalen Ökonomie.
Größter Schwerpunkt ist die Verankerung des konsequenten Verursacherprinzips als oberste Richtschnur im Wirtschaftssystem und ein realistischer Fahrplan zur Umsetzung aus der jetzigen Situation heraus.

Im Grunde ergeben sich alle großen Fehlentwicklungen auf unserem Planeten aus der weltweit herrschenden rücksichtslosen Ökonomie. Das Anliegen von Zukunftslobby berührt somit nahezu alle Themen der weltweiten NGOs, zwar bei weitem nicht so speziell wie dort, dafür aber im umfassenden Zusammenhang.
Allen diesen Organisationen ist eine Verbindung der unterschiedlichsten Probleme zu einer subtilen, übergeordneten Ursache bewusst. Zukunftslobby greift diese Gemeinsamkeit auf, beleuchtet diese Ursache und macht sie greifbar und entwickelt daraus eine zweite konkrete Handlungsebene.
Unter Zukunftslobby können sich Menschen, Frauen und Männer unterschiedlichster Herkunft versammeln.
Ob aus einem religiösen, philosophischen, humanistischen, umweltpolitischen oder sozialethischen Beweggrund, allen gemeinsam ist die Sorge um die Zukunft und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, nach Freiheit und Selbstbestimmung, nach Überwindung der düsteren Ahnung bei der Frage."Was wird werden?"
Mit Zukunftslobby schaffen sie sich ein gemeinsames Dach, unter welchem sie ihre bisherige Arbeit, ihr jeweiliges Engagement fortführen können, gleichzeitig aber ein übergeordnetes Ziel formulieren und vereinigt anstreben.

Zukunftslobby will eine ganz andere Art von Lobby sein, zwar ebenfalls unnachgiebig und unbeirrt in der Verfolgung seiner Ziele, dabei aber einzig auf die wahren und fundamentalen Interessen aller Menschen ausgerichtet.
Zukunftslobby muss grundsätzlich und radikal sein in seinen Analysen, offensiv und umfassend in seiner Argumentation und provokativ und schonungslos in seinen Kommentaren.
Zukunftslobby soll entlarven, bloßstellen und zurechtrücken, sei es die egoistische Arroganz der Nutznießer gewohnter ökonomischer Ideologie oder seien es die demokratie-, rechts- und freiheitsschädlichen und damit grundrechtsfeindlichen Ergebnisse deren Handelns.
Zukunftslobby will zusammenfügen, was geteilt wurde oder bisher nicht als vernetzt gesehen wurde, seien es Themenfelder der Politik oder der Gesamtgesellschaft oder deren Beziehungen zu unseren alltäglichen Lebens- und Arbeitsfeldern.
Zukunftslobby will eine nachhaltige, allen Menschen dienliche Ökonomie und Gesellschaftsidee entwickeln und für ihre Umsetzung kämpfen.

Zukunftslobby sucht auf dieser Basis nach Gleichgesinnten, Unterstützungswilligen und sonstigen Verbündeten, seien es Einzelpersonen oder gesellschaftliche Gruppen, in Umwelt-, Demokratie- und Sozialorganisationen, in Wissenschaft, Kirchen und Kommunen, aber auch in der Wirtschaft, in politischen Parteien und sonstigen Institutionen der herrschenden Ökonomie.