Zukunftslobby.de

Zuloblog

Zuloblog, die Tagesanmerkung

Zuloblog ist das Weblogbuch von Zukunftslobby. Während wir im Jahr 2008 hier täglich Kommentare zum politischen Tagesgeschehen veröffentlicht haben, wollen wir uns jetzt auf nur noch gelegentliche aktuelle Beiträge beschränken.
Weiter aktuell und informativ:

Inhaltsverzeichnis aller Blogthemen 2008, alphabetisch und nach Themen geordnet

 
 

Im Dezember 2009 aktuell:

Sagen wir es mal so: Das Treffen der Staaten in Kopenhagen, wo ein Fortschritt in der globalen Klimapolitik erzielt werden sollte, ist ausgegangen, wie geplant.

--- Geplant war der Handlungsverzicht derjenigen Staaten, die vom CO2-Ausstoß wirtschaftlich am meisten profitieren.

--- Geplant war, die schwächsten Staaten aus Afrika und den pazifischen Inseln, denen entweder die letzten Wasserbestände bald austrocknen und keine Nahrungsmittelproduktion mehr gelingt, bzw. deren Land in steigenden Wassermassen versinkt, anzuhören und zu opfern.

--- Geplant war, eine Erwärmungsbegrenzung auf 2 Grad international zu etablieren, unabhängig von der Tatsache, dass bei 2 Grad durchschnittlicher, globaler Temperaturerhöhung die meisten Katastrophen nicht mehr abzuwenden sind. Die großen Eismassen, wie in Grönland und dem Himalaja werden abschmelzen, die Temperatur in Afrika steigt um über 3,5 Grad an, allein infolge der Ausdehnung durch Erwärmung nimmt das Meerwasservolumen enorm zu und steigt stellenweise bis über einen Meter an.

--- Geplant war, die Öffentlichkeit mit verwirrenden Zahlenspielen im Unklaren zu halten. Niemand soll merken, dass die aufgestellten Verhandlungsziele, selbst wenn diese hätten voll erfüllt werden können die Klimaveränderungen nicht aufhalten.
In einem ersten Vertragsentwurf lagen den Ministern aus 192 Staaten am 12.12. in Kopenhagen folgende Zahlen vor: Bis 2050 sollen alle Länder ihre Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen um 50 bis 95 Prozent verringern. Die Industriestaaten sollen ihre Emissionen bereits bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren. Allerdings sind diese Vorhaben an den 1990 erreichten Werten gemessen, das heißt, unter die im Jahr 1990 emittierten Kohlendioxidmengen wird es schon mal gar nicht gehen. Man muss verstehen: die Treibhausgasemissionen sollen, wenn überhaupt, nur relativ, nicht aber absolut gesenkt werden. Betrachtet wird nur der jährliche Neuaustoß, und hier auch nur der, welcher über dem Wert von 1990 liegt. Die Täuschung hier ist vergleichbar mit der finanziellen Staatsverschuldung. Hier ist auch immer nur die Rede von einer Senkung der Neuverschuldung, also des Betrags, um den die Gesamtverschuldung in jedem Jahr aufs neue steigt. Selbst wenn die Neuverschuldung auf Null gesenkt werden kann, sind die Zinsen für die Gesamtschuldensumme immer noch zu bezahlen.
Auch bei den Emissionszielen wird nur über die Reduktion des jährlichen Zusatzausstoßes nachgedacht. Im günstigsten Falle, von dem wir nach Kopenhagen weit entfernt sind, wird der schlimmste Fall der globalen Klimaentwicklung nur um ein paar Jahre in die Zukunft verschoben.

--- Geplant war, dass die EU-Staaten unbeschadet aus den Verhandlungen kommen. Wenn man auf noch bösere Jungs wie China, die USA, Indien oder Brasilien zeigen kann, ist der normal Böse stets der Gute. Die EU-Staaten hatten gnädigerweise zugesagt, ihren Ausstoß an Kohlendioxid bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent, statt wie bisher um 20 Prozent, zu reduzieren, vorausgesetzt, dass sich auch die USA und China zu größeren Schritten verpflichten. Hier konnten sie sich auf die beiden Haupt-CO2-Emittenten voll und ganz verlassen.

Der Plan von Zukunftslobby demgegenüber ist, diesem Aktionismus, der lediglich ein Verwalten des globalen Niedergangs ist und im besten Falle einige Symptome behandelt, mit der konkreten Vorstellung eines wirklich nachhaltigen Wirtschaftssystems zu begegnen. Nach Kopenhagen muss die Forderung nach einer grundsätzlichen Lösung, nicht nur des Kohlendioxidproblems, noch entschiedener gestellt werden.

Zu den Ergebnissen der letzten und den davor liegenden 10 Bundestagswahlen

Bei der Bundestagswahl 2009 hat sich ein langjähriger Trend sehr deutlich fortgesetzt, den die hohe Politik nicht wahrhaben will: Sie verliert über die Wahlperioden hinweg auf allen Ebenen massiv an Rückhalt in der Bevölkerung.
Das beste Mittel, über diese Tatsache hinwegzutäuschen, ist für die etablierten Parteien die offizielle Art der Darstellung von Wahlergebnissen.
Wie stark unser demokratisches System sich selbst demontiert, wird erst mittels der Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung deutlich.

Wie anlässlich verschiedener Landtagswahlen in den letzten 2 Jahren bereits geschehen, veröffentlicht Zukunftslobby hier auch bezüglich der Bundestagswahlen ein anderes Bild:
Die Prozentanteile der Parteien bezogen auf alle Wahlberechtigten und die Veränderungen seit der Bundestagswahl 1972 (Nur Zweitstimmen).

28.September 2009:

Nach der Wahl von gestern werden Fragen laut, ob die SPD überhaupt noch als eine Volkspartei bezeichnet werden kann.
Wir meinen: Auch die CDU ist keine Volkspartei mehr, denn sie ist mittlerweile in der Wählergunst auf weniger als ein Viertel der Stimmen von allen Wahlberechtigten abgesackt.

Deutschland hat jetzt eine Regierung, die nur noch von gut einem Drittel der deutschen Wahlberechtigten gewählt wurde.
Wir meinen: Dies führt den Sinn unseres ach so gelobten demokratischen Systems ad absurdum.

Die Gruppe der Nichtwähler hat mehr als doppelt so stark (um 6,9 %) zugelegt, wie die so viel beachtete FDP.
Wir meinen: Wie stark muss die Wahlbeteiligung noch absinken, damit die scheinbar legitimierten Minderheitsregierungen in Deutschland als absolut nicht dem Sinne einer Demokratie entsprechend in Frage gestellt werden?

Das Ergebnis für die FDP ist zwar das beste in Ihrer Nachkriegsgeschichte, es liegt aber, bezogen auf alle Wahlberechtigte, nur 0,9% über ihrem Ergebnis von 1980.

1. Offizielle Ergebnisse der letzten 10 Bundestagswahlen laut Bundeswahlleiter:

Datum
27.9.2009
18.9.2005 22.9.2002 27.9.1998 16.10.1994 2.12.1990 25.1.1987 6.3.1983 5.10.1980 3.10.1976 19.11.1972
Wahlbeteiligung
70,8 %
77,7 %
79,1 %
82,2 %
79,0 %
77,8 %
84,3 %
89,1 %
88,6 %
90,7 %
91,1 %
 
CDU/CSU
33,8
35,2
38,5
35,1
41,5
43,8
44,3
48,8
44,5
48,6
44,9
SPD
23,0
34,2
38,5
40,9
36,4
33,5
37
38,2
42,9
42,6
45,8
FDP
14,6
9,8
7,4
6,2
6,9
11
9,1
7
10,6
7,9
8,4
Grüne
10,7
8,1
8,6
6,7
7,3
3,8/1,2
8,3
5,6
-
-
-
Linke, b. 2002 PDS
11,9
8,7
4
5,1
4,4
2,4
-
-
-
-
-
Sonstige
6
4
3
5,9
3,6
4,2
1,4
0,5
2
0,9
0,9
Ungültige Stimmen
in % aller abgegebenen Stimmen
1,4
1,6
1,2
1,3
1,3
1,1
0,9
0,9
0,9
0,9
0,8

2. Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen Wahlberechtigten:

Datum
27.9.2009
18.9.2005 22.9.2002 27.9.1998 16.10.1994 2.12.1990 25.1.1987 6.3.1983 5.10.1980 3.10.1976 19.11.1972
Wahlbeteiligung
70,8
77,7 %
79,1 %
82,2 %
79,0 %
77,8 %
84,3 %
89,1 %
88,6 %
90,7 %
91,1 %
 
CDU/CSU
23,9
27,3
30,4
28,8
32,7
34,0
37,3
43,4
39,4
44,0
40,9
SPD
16,3
26,5
30,4
33,6
28,7
26
31,2
34
38
38,6
41,7
FDP
10,3
7,6
5,8
5,1
5,4
8,5
7,6
6,2
9,4
7,1
7,6
Grüne
7,5
6,3
6,8
5,5
5,7
(2,9/-)?
7
5
-
-
-
Linke, b. 2002 PDS
8,4
6,7
3,1
4,2
3,4
1,8
-
-
-
-
-
Sonstige
3,1
2,3
4,8
2,8
3,2
1,2
0,4
1,7
0,8
0,8
Nichtwähler
29,2
22,3
20,9
17,8
21
22,2
15,7
10,9
11,4
9,3
8,9

Zu Tabelle 1:
-- Die Zahl der ungültigen Stimmen steigt langsam an. Sind dies Leute, die zu dumm sind, um ihre Kreuzchen richtig zu setzen, oder eher zunehmender Ausdruck stillen Protests Einiger in der Wahlkabine? Die ungültigen Stimmen werden nicht als ein Teil der abgegebenen Stimmen gerechnet, sondern fehlen in den zusammen 100% für die Parteien.
(Beispiel: Zur Wahl 2005 gingen von 61870711 Wahlberechtigten 48044134, also 77,7 %, zur Wahl. Bei den Zweitstimmen waren hiervon 756146, also 1,57 %, ungültig.
Die 16631049 Stimmen für die Unionsparteien beispielsweise, offiziell 35,2 %, wurden lediglich bezüglich der 47287988 gültigen Stimmen errechnet. Bezogen auf die insgesamt abgegebenen Stimmen hatte die Union nur 34,6 %.)

Zu Tabelle 2:
-- Die beiden großen deutschen Parteien Union und SPD verlieren stetig an Zuspruch. Die Union lag bei den ersten der dargestellten Wahlen noch bei effektiven 40 bis 45 %, während sie heute noch mit höchstens 25 bis 30% rechnen kann. Für die SPD sieht es, jedenfalls bis 2005 betrachtet, nicht ganz so schlecht aus. Für sie verringert sich das Ergebnis von 35 bis 40 % in den 1970er und frühen 1980er Jahren auf ebenfalls 25 bis 30 %. Sehr wahrscheinlich aber wird sie ihr Desaster bei der kommenden Wahl am 27. September nachholen und ein effektives Ergebnis um die 20 % von allen Wahlberechtigten einfahren.
Sollte es nach den 27. September 2009 wieder zu einer sogenannten großen Koalition kommen, hätten wir zum ersten Mal eine Regierung aus den größten deutschen Parteien, die von weniger als 50 % aller Wahlberechtigten gewollt ist.
-- Die FDP stagniert seit 10 Bundestagswahlen mit wenigen Abweichungen zwischen 6 und 8 %, die Grünen seit 7 Wahlen zwischen 5 und 7 %.


Ergebnisse der drei Landtagswahlen vom 30.August 2009

1. Offizielle Ergebnisse laut Bundeswahlleiter:

Sachsen
Thüringen
Saarland
Wahlbeteiligung in % 2009 (2005)
52 (60)
56 (54)
68 (56)
100
100
101,5
CDU
40,2
31,2
34,5
SPD
10,4
18,5
24,5
FDP
10,0
7,6
9,2
Linke
20,6
27,4
21,3
Grüne
6,4
6,2
5,9
NPD
5,6
4,3
1,5
Andere
6,8 (dav. Piraten 1,9)
4,8
4,6


2. Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen Wahlberechtigten:

Sachsen
Thüringen
Saarland
Wahlbeteiligung in % 2009 (2005)
52 (60)
56 (54)
68 (56)
CDU
20,9
17,5
23,4
SPD
5,4
10,3
16,6
FDP
5,2
4,2
6,2
Linke
10,7
15,3
14,5
Grüne
3,3
3,5
4,0
NPD
2,9
2,4
1,0
Andere
3,5 (Piraten 1)
2,7
3,1
Nichtwähler
48
46
32


Zu den Ergebnissen der Europawahl am 7. Juni 2009

Noch deutlicher wird der mangelhafte Zuspruch aus der Bevölkerung für die Parteien angesichts der Europawahlen, hier dargestellt seit der ersten Europawahl 1979.

1. Offizielle Ergebnisse der Wahlen zum Europäischen Parlament in Deutschland laut ARD-Wahlarchiv:

Jahr
Wahlbeteiligung
2009
43,3 %
2004
43 %
1999
45,2 %
1994
60,0
1989
62,3 %
1984
56,8 %
1979
65,7 %
CDU/CSU
37,3
44,5
48,7
38,3
37,7
46
49,2
SPD
20,8
21,5
30,7
32,2
37,3
37,4
40,8
FDP
11
6,1
3
4,1
5,6
4,8
6
Grüne
12,1
11,9
6,4
10,1
8,4
8,2
-
Linke, bis 2004 PDS
7,5
6,1
5,8
4,7
-
-
-
Sonstige
10,7
9,8
5,4
10,3
10,8
3,7
4
Besonderheiten
davon
Rep 7,1

 

2. Die selben Wahlen, nur gerechnet unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahlbeteiligung, also Prozentpunkte von allen Wahlberechtigten:

Jahr
Wahlbeteiligung
2009
43,3 %
2004
43 %
1999
45,2 %
1994
60,0
1989
62,3 %
1984
56,8 %
1979
65,7 %
CDU/CSU
16,4
19,1
22
23,2
23,5
26,1
32,3
SPD
9
9,24
13,9
19,3
23,2
21,24
26,8
FDP
4,76
2,6
1,35
2,46
3,5
2,7
3,9
Grüne
5,2
5,1
2,9
6
5,2
4,65
-
Linke, bis 2004 PDS
3,24
2,6
2.6
2,8
-
-
-
Sonstige
4,6
4,2
2,44
6,2
6,7
2,1
2,6
Besonderheiten
davon
Rep 4,4

Erst mit dieser objektiven Darstellung des Wahlausgangs werden für die Parteien unangenehme Details bezüglich des EU-Parlaments deutlich:

-- Die Unionsparteien haben nur noch etwa halb so viel Zuspruch bei der Bevölkerung, wie bei der ersten Europawahl, ja ihr Stimmenanteil hat sich ganz ohne Bruch über die 30 Jahre stetig verringert.
-- Die SPD hat 2009 gar nur noch ein Drittel des Zuspruchs wie bei der Wahl 1979.
-- Die FDP hat deutlich hinzu gewonnen. Das Ergebnis von 2009 fällt aus dem Rahmen, liegt aber gegenüber 1979 gar nicht so hoch, wie es scheint.
-- Die Grünen stagnieren seit ihrer ersten Wahl 1984 auf ähnlichem Niveau, mit Ausnahme des sehr niedrigen Wertes für 1999. Im Jahr 1989 erhielten sie ebenso viele Stimmen wie 2009, 1994 lag das objektive Ergebnis sogar darüber.
-- Die Linke erhielt 2009 kaum mehr Stimmen, als die PDS alleine im Jahr 1994.
-- Die sonstigen Parteien stagnieren seit 30 Jahren in der Bedeutungslosigkeit. Lediglich die rechten Parteien erzielen als kurzfristige Modeerscheinung leichte, Gewinne, um danach aber wieder zu verschwinden.

Februar bis Juni 2009

Die wirklichen Gründe für diese weltweite Krise der neuen Dimension werden von den Parlamentariern nicht verstanden, und deshalb sind diese auch nicht fähig, wirkungsvolle Maßnahmen dagegen zu erdenken und einzuleiten. Mit den verzweifelten und im Grunde blinden Versuchen, sogenannte Rettungspakete zu schnüren und sogenannte konjunkturfördernde Programme aufzulegen, verstärkt die Politik erst recht die Faktoren, welche die Weltgesellschaft in diese Krise hineinmanövriert haben.
Was Zukunftslobby als die wahren Gründe für die Weltwirtschaftskrise erachtet, geht aus den Texten zur Kategorischen Marktwirtschaft und aus den in Details erläuternden Artikeln des letztjährigen Blogs hervor-(Inhaltsverzeichnis, alphabetisch und nach Themen geordnet).

Unten finden sich nur noch gelegentlich Blogbeiträge. Priorität sollten wir jetzt im Vorfeld des wahrscheinlichen Staatsbankrotts und einer denkbaren Hyperinflation auf die Sicherung der persönlichen Lebensbedingungen legen. Wer noch Geld auf der hohen Kante hat, sollte es insbesondere in die energetische Sanierung der Wohnstätte, in das Umsetzen von Bildungsperspektiven oder allgemein gesagt in die Unabhängigmachung von äußeren, fremdbestimmten Faktoren investieren. Dies kann in keinem Fall falsch sein, wahrscheinlich eher elementar für die vielen mageren Jahre, die uns bevor stehen.

Panikmache? - Nein, dies ist lediglich realistisch in die Zukunft gedacht.

Die gegenwärtige Krise 2008/09 ist, grob gesagt, die Folge von jahrelanger Verharmlosung enormer Anlagerisiken, die schließlich dann doch und entgegen der unvorstellbaren Naivität der Finanzakteure aus Banken und Politik mit voller Wucht zurückgewirkt haben, letztlich jedoch nur die Folge der Externalisierung eines kleinen Bereichs des unübersichtlichen globalen Finanzgebahrens.
Nach der Betrachtungsweise der Kategorischen Marktwirtschaft wird der wirkliche GAU im Bereich der Externalisierung finanzieller Schadkosten für die Weltgesellschaft aber aus den Folgen der Verschuldung aller öffentlichen Haushalte der Länder entstehen. Dieser größte anzunehmende Fall kommt jedoch wohl nicht plötzlich, sondern eher als eine sich über viele Jahre dahinziehende Beschneidung aller gesellschaftlichen Bereiche. Obwohl sehr viel dramatischer in den Auswirkungen als die jetzige Krise, wird dies wegen des Gewöhnungseffekts als weniger drastisch von den Betroffenen empfunden werden.
Was die Folgen der Externalisierung finanzieller Schadkosten betrifft, so muss betont werden, dass diese als einzige, neben der Abwälzung anderer Schadkosten, mittels einer großen, illegitimen Maßnahme für die nachfolgenden Generationen aus der Welt geschafft werden könnten, nämlich mittels der Erzeugung einer weltweiten Hyperinflation. Die schlimmen Folgen dieser Gruppe von Externalisierungsfolgen ließen sich so alle auf einmal in den Zuständigkeitsbereich der gerade handelnden Generation bündeln. Die Wirkungen in die Zukunft würden entscheidend verringert.

Was allerdings die Folgen der Externalisierung ökologischer, sozialer und politischer Schadkosten anbetrifft, so müssen diese, da ja bereits verursacht, angenommen und von der Weltgesellschaft durchlebt werden.
Auch diese werden sich weniger als plötzliche Ereignisse bemerkbar machen, sondern viel mehr als eine langsame Verschlechterung, eine in winzigen aber stetigen Schritten geschehende Reduzierung von Möglichkeiten, geschehen.
Das Fatale dabei: Die Menschheit wird gar keine Vorstellungen von einer nicht durch diese Faktoren belasteten Zukunft bekommen, da sie eine solche nie erfahren durfte. Sie wird sich mit einer Realität aus Aneinanderreihung verschiedenster elementarer Probleme bis zur weitgehenden Lähmung großer Teile des Alltags abmühen müssen.

 

Januar 2009

19.01.09

Über die wirklichen und ungeschönten Ergebnisse der Landtagswahl in Hessen.

Hessen hat gewählt. Die Wahlbeteiligung ist auf 61 % abgesunken.
Wenn dies in den offiziellen Wahlergebnissen nicht berücksichtigt wird, unterschlägt man damit eine in unserem demokratischen System schlummernde Problematik, die den Sinn dieses System allmählich untergräbt.
Was soll daran noch demokratisch sein, wenn eine Regierung in Wahrheit lediglich von einem kleinen Bruchteil der Bevölkerung gewählt wurde und wenn so defacto nur noch Minderheitsregierungen zustande kommen?
Das stetige Absinken der Wahlbeteiligung auf allen Ebenen muss ja einen Grund haben, und dieser Grund hat etwas mit den zur Wahl stehenden Parteien und der Arbeit der gewählten Politikern zu tun. Wenn sinkende Wahlbeteiligungen nicht rechnerisch in den Ergebnissen der Wahlen berücksichtigt werden, unterschlägt man damit einen eventuell heilsamen Rückkopplungseffekt an die Parlamentarier.
Zynisch besehen und gedanklich auf die Spitze getrieben könnte sich so eine neuartige Taktik von gewählten Volksvertretern ergeben:
Man macht eine derart schlechte Politik, dass immer mehr Leute sich der Wahl verweigern. Irgendwann gelingt die Sicherung der Macht dann ganz einfach mittels einer verschwindend kleinen Stammwählerschaft, die in den Wahlkabinen nur noch aus sturem Lagerdenken und reflexartigem Zugehörigkeitsgefühl an immer die gleiche Partei ohne vernünftige Reflexion über die stattfindende Politik ihr Kreuzchen macht.
Wollen wir dies?

Da die Medien die Wahlbeteiligung in den Wahlergebnissen wieder nicht berücksichtigen und nur die offiziellen Zahlen und Interpretationen wiedergeben, veröffentlicht Zukunftslobby.de hier die wahren Wahlergebnisse dieser Landtagswahl:

(Offizielles Ergebnis:
CDU: 37,2%, - SPD: 23,7%, - FDP: 16,2%, - Grüne: 13,7%, - Linke: 5,4%)

Von der gesamten Gruppe der wahlberechtigten Menschen in Hessen jedoch erhielten die Parteien:
CDU: 22,7%, - SPD: 14,4%, - FDP: 9,9%, - Grüne: 8,3%, - Linke: 3,3%.


Nicht mal jeder vierte Wahlberechtigte hat die CDU gewählt, nur jeder zehnte gab die Stimme der FDP. Nicht mal jeder siebte Wähler stimmte für die SPD, jeder zwölfte für die Grünen und jeder dreißigste für die Linkspartei.

Die nun zustande kommende schwarz-gelbe Regierung ist von 32,6% der WählerInnen gewollt, nicht mal ein Drittel der Wahlberechtigten.
Dies ist alles andere als eine demokratisch akzeptable Mehrheit.

Im Vergleich zu den Ergebnissen vor einem Jahr
(- 2008 offiziell: CDU: 36,8%, - SPD: 36,7%, - FDP: 9,4%, - Grüne: 7,5%, - Linke: 5,1% -)
ergibt sich folgendes Bild:

CDU (2008: 23,6%) verliert 0,9 Prozent, (offiziell: gewinnt 0,4 %)
SPD (2008: 23,5%) verliert 8,9 Prozent, (offiziell: verliert 13 %)
FDP (2008: 6,0%) gewinnt 3,9 Prozent, (offiziell: gewinnt 6,8 %)
Grüne (2008: 4,8%) gewinnt 3,5 Prozent, (offiziell: gewinnt 6,2 %)
Linkspartei (2008: 3,3%) bleibt unverändert, (offiziell: gewinnt 0,3%)

 

06.01.2009

Pünktlich zum Jahresbeginn hat mich eine schwerer Infekt gepackt und mich zu etlichen Tagen sturer Bettruhe gezwungen.
Was geht einem im Kopf herum, wenn man da so unter der nassgeschwitzten Decke mit Fieber, Gliederschmerzen, Kopfweh und bedenklicher Übelkeit im Magen ausharren muss.
Das politische Tagesgeschehen war mir noch nie so egal wie in diesen Tagen innigen Kontakts mit meiner Wärmflasche.

Ich habe über viele Stunden lang nachgedacht über meine Aufgabe, doch etwas gegen den Verfall der natürlichen Lebensgrundlagen und anderer Grundlagen für eine friedliche Menschengesellschaft zu tun.
Mit der bloßen Kommentierung der alltäglichen politischen Absurditäten der herrschenden hochbezahlten Ignoranz lässt sich nichts ändern, das wusste ich auch schon vorher.
Das Schreiben für diesen Blog hat mir aber selbst mehr Klarheit über meine Thesen verschafft und einige Leute im Netz sicherlich mit einer neuen Sicht der Dinge versorgt. Für ihr Interesse danke ich ihnen hiermit ausdrücklich.
Dieses eine Jahr tägliches Schreiben hatte ich mir zum Ziel gesetzt, habe dafür mindestens 600 Stunden investiert, aber: Das Ergebnis ist mager. Zwar konnte ich einige Leute kennenlernen, die zu mir Kontakt aufnahmen. Wo ich jedoch selbst hingeschrieben habe, wurde ich meist ignoriert.

Also: Ich habe die Entscheidung getroffen, den täglich bestückten Blog nach gut einem Jahr zu beenden.


Jetzt will ich eine längere Bedenkzeit einlegen und nach anderen Möglichkeiten suchen, wie Zukunftslobby sich bemerkbar machen könnte, so bemerkbar, dass sich auch etwas Greifbares und mehr Zufriedenstellendes aus dem Engagement ergibt, denn ohne genügend neue Kraft durch Zuspruch von Außen, geht mir, allein brutzelnd im eigenen Saft, die Energie aus.
Die Zeit, die ich nun mehr zur Verfügung haben werde, kann ich an anderen Stellen zunächst gut gebrauchen.

An Weihnachten bekam ich die neueste CD von Gerhard Polt geschenkt. Aus dieser will ich den abschließend letzten Beitrag entnehmen.
Es ist ein Text, einer von neunen auf der CD, der in gewohnter Poltscher Schärfe die wenig aussichtsreiche Lage der Nichteinverstandenen dieser Welt verdeutlicht.
Diese stehen unweigerlich einer schweigenden und bleiernen Mehrheit gegenüber, und leider bestimmt die schweigende Mehrheit auf operettenhaft absurde Weise, dass in der Welt die Dummheit regiert, mit allen daraus folgenden tragischen Resultaten.

Hier also der leicht gekürzte Text von Gerhard Polt.
In Zusammenhang mit den anderen Texten auf der CD wäre er noch besser zu verstehen, denn diese hängen irgendwie alle zusammen. Meine Empfehlung deshalb ist, sich die CD mit dem Titel "Apokalypsen" zu kaufen, doch Vorsicht, sie ist, wie meist bei Polt, schwer verdauliche, eventuell entmutigende Kost.
Den Text zu tippen war für das Microsoft-Wordprogramm eine, wie sagt man heute, Herausforderung. Es wimmelte nur so von roten Zickzacklinien unter den Worten, aber das gönne ich den oberschlauen Softwareentwicklern.
Zu lesen ist es, - denke ich, gut, ja wenn, - der Polt eben, mit seinen, - nunja, Sprüngen, also gedanklich, nichtwahr, wenn man es, genau, es kennt, die Art Poltscher, also, Formulierung, nem? (übersetzt: nicht wahr? )undsoweiter, also denn:

"Ja, wissen Sie, - was soll ich sagen, mich würd des schon interessieren, mich interessiert des auch, ich hab mir schon lange die Frage gestellt, also, is vielleicht a bisserl, ich weiß es nicht, aber, warum auch nicht? - Nem? -
Also Entschuldigung, was, äh, des hat mich schon, - was eigentlich geht da um, ne, oder vor sich, in so, in so, wie soll man sagen, so Minoritäten? Nem? Was will eigentlich eine Minderheit?
Des hot mich immer schon interessiert, was wollen die eigentlich? Sind sie sich immer noch nicht wenig genug? Oder, oder, ja, glaubns nicht, oder wollens noch weniger werden?
Ich mein, Entschuldigung, die Minderheiten wählen sich doch meistens selber. Nem? Des ist doch so?
Jo wenn a Minderheit a bisserl a Hirn hat, sag ich, dann müssen sie doch wissen, dass sie die Ursache für die Mehrheit sind. Aber anscheinend, dazu langts geistig nicht. Ja sie san halt an der Peripherie, a Randerscheinung, nem? Aber des wollen sie nicht.
I hobs halt anders gelernt, vielleicht sie auch, ich hab des nur soviel in Erinnerung, sagenmermol die Demokratie gehört haltermol der Mehrheit, nem? Und die andern werdn halt geduldet, - schon, nem? Aber mehr is net drin.
Ja natürlich tun sie sich schwer, also des is mir klar, achja, meingott, da könnte man lang, nem? Eigentlich brauch ma do en Schnaps, um so was zu verkraften, - ich mahn als Minderheit, nem?
Naja, wissen sie, ich sag immer wieder, ich meine so Minderheiten, ich meine, ich sag des jetzt vorsichtiger, - ja mei -, aber es is auch wahr, wir müssen schon, solang man noch Mehrheiten hat, gel -, muss man höllisch aufpassen, dass diese Minderheiten nicht überhand nehmen, geh?
Weil eines, - na jetzt sag ich ihnen etwas -, wenn diese Minderheiten, ja, amol die Mehrheit haben, - ja -, dann gnade uns Gott. Wenn emol, na, wir müssen doch obacht geben, dass wir von Minderheiten nicht überschwemmt werden, gel, weil -, dann hörts auf, gel. Dann -, Nein -, Punkt!
Dann sehn sie. Ich sag ihnen eines und des erlaub ich mir schon zu sagen, gel, ich mein bei uns wird doch, - Entschuldigung -, ja, kein Mensch gezwungen, eine Minderheit zu sein, jeder hat das Recht, sich einer Mehrheit anzuschließen, ja, und sich anständig zu benehmen, gel?! Dann braucht er sich auch von keiner Minderheit majorisieren lassen, ja so schauts nämlich aus.

Und ich meine, die Frage darf doch oach einmal gestellt werden: Was haben diese Minderheiten denn bis jetzt bezweckt? Was hamsen erreicht? - Jo eben. Na jetzt emol ehrlich: Was hat soene Minderheit erreicht?
Des würd mich schon noch emol interessiern. - Können sie mir irgendeinen Großflughafen nennen oder a Autobahn, diewo die verhindert ham? - Na also dann! Ich kenne keine Klimakatastrophe, die die verhindern. Aber was wollnsn dann, nem?
Aber sie sind gegen alles, sie san gegen alles, des muss ma sagn, sie sind gegen Alllles. Wenn emol an Großprojekt geplant wird, sans schon, do sans schon dagegen, gegen die Planung. Wenns durchgeführt wird sinds sowieso dagegen, nem? Und wenn des Großprojekt fertig ist, sinds wieder dagegen.
Dass es aber der Mehrheit scheißegal ist, was geplant wird, des interessiert die überhaupt net!

Ich frog mich manchmol allen Ernstes, ich frog mich wirklich: Woher haben diese Schlaumeier eigentlich ihre Weisheiten, na woher denn, ja woher denn? Ja ich weiß es schon woher: aus em Fernsehen.
Ja Entschuldigung, da brauchns doch mir den Blödsinn nicht erzählen, ich schau ja selber fern. - Na Entschuldigung -, wenn ich heute Zeitung lese, die sich Millionen Leute abonnieren oder lesen, nem? Dann bin ich auch irgendwie informiert, gel, und wenn ich mir im Fernsehn heut a Programm anschau, was sich auch Millionen anschauen, hab ich auch eine gute Sendezeit.
Entschuldigung. Ich kann doch net wie eine Minderheit, ja, bis in der Früh um zwei Uhr diesen Blödsinn anschauen. Im Gegensatz zur Minderheit gehör ich zu einer Mehrheit, die in der Früh aufstehen muss. Ich kann nicht wie diesen faulen Schweine bis Mittag im Bett herumliegen, des hat mit Demokratie nichts mehr zu tun, gel, do hörts auf, und ich sog ihnen noch was, - ich woas ja net -, des is auch eine Charakterfrage, gel, wenn ich e Minderheit bin, dann ist auch charakterlich irgendwas nicht.
Also, ich will, - na, was hat, Entschuldigung, was hat ihnen denn der Rudi angetan, was hat ihnen der Rudi angetan, was denn? Gar nichts! Die Tatsache allein, dass er oanen Maybach fährt, des ist doch keine Provokation, des is e schönes Auto, gel, do würde sich sogar e Minderheit die Finger abschlecken, gel. Des Auto -, freilich kost das a Geld, ja logisch, ich kann mir so was auch nicht leisten, nem?
Aber do is alles drin, Cinamora-Holzausrüstung, RCDresetentertainment, Bitourbo, do is alles drin, Massagesitze, nem?
Was hat ihnen denn der Rudi getan, nem?
Der Rudi, - und des kaonn ich ihnen sagn, nur es is dem Rudi wurscht, der verdient so viel Geld, dem geht die Demokratie am Arsch vorbei, - des sog ich ihne ganz ehrlich.

Nein glauben sie mir eines, glaubns mir wirklich eines: Es sind immer nur Minderheiten, die immer nurs Maul aufreißen und immer nur: Quak, Quak, Quak, Quak, Quak. Die Mehrheit sagt nix.
Aber die Minderheiten, des sind immer so Singles, Indifiduen, Querulanten, nem? So Einzelgänger, nem?
Die, ja immer, immer Quak, Quak, Quak, Aber die Mehrheit des is, - ehhh, - moment emol, - jetzt, moment, bitte sinds emol e Momemt still. Sind sie bitte anen Moment still. - Hörn sie was? Hörts? Ah, - jetzt hört mans, hörts as? (es wir ganz still im Publikum) Das ist die schweigende Mehrheit.
"