Zukunftslobby.de




Annäherung an die fehlende Opposition
- Teil 2
(Essay von Carl Christian Rheinländer sen. - Januar 2018)

Die Zerstörungsdynamik der globalen Wirtschaftsordnung nimmt in jeder Hinsicht immer bedrohlichere Züge an. Die Politik stellt sich ausschließlich in den Dienst der Profiteure, betreibt systematische Verharmlosung und Relativierung der dramatischen Auswirkungen und spielt auf Zeit. Eine ernst zu nehmende Opposition, die das Ruder herum reißen könnte, ist nicht in Sicht. Das gemeine Volk mästet sich am Konsum und lässt sich der letzten Reste seines Verstandes berauben. Die rechte Pseudo-Opposition will lediglich Symptome kurieren und zerschlägt dafür Freiheit und Menschlichkeit. Die Bastionen links sind von der Realität überfordert und verharren in kurzsichtigen und altbackenen Rezepten. Da gilt es zu sammeln, was sonst noch zu finden ist.


Auch als PDF-Version verfügbar

Zur Download-Seite


(Teil 1) ...
... Wohlbemerkt: Diese genannten Wenn-Dann-Beziehungen finden ebenso wie die entsprechenden Entscheidungen fast ausschließlich unausgesprochen auf der Gefühlsebene statt, nachdem eine vorherige teilverbale Vermittlung entsprechender Zusammenhänge wirken konnte. Nie ist bei einem Betroffenen nur eine der Korruptionsformen zutreffend. Ob nun der Mainstream für ihn nur der bevorzugte Horizont ist, oder ob er direkt und aktiv in dessen Diensten steht, immer besteht eine Kombinationen aus mehreren dieser Formen, und je nach Beruf, Bildung oder Funktion sind die Zusammensetzungen unterschiedlich.

Es sei hier bezüglich der Subjektivität des MS-Journalismus also ausdrücklich betont: Es braucht gar keine Verschwörung, um die Medienwirkung daraufhin zu konditionieren, dem Status-Quo zu dienen. Zudem: Man kann sich vorstellen, dass auch viele Journalisten in den Zeitungen, im Hörfunk und im Fernsehen wie euphorisiert von ihren Möglichkeiten sind. Es ist ihnen erlaubt, in die Denkstrukturen der meisten Leute und deren Verhaltensmuster aktiv einzugreifen, Puppenspieler zu sein. Viele finden es wohl absolut attraktiv, aus ihrer Position heraus die Massen lenken zu können, ohne dass diese es realisieren. Noch entschiedener verbietet es sich deshalb, Zweifel an der Integrität des Arbeitgebers zu hegen, der einem dies doch vertrauensvoll ermöglicht.
Dass sie dabei tatsächlich auf der falschen Seite stehen und letztendlich hauptverantwortlich sind für die systematische Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, ist eher eine peinliche Tragik, die sie bereit sind zu verdrängen.

Man fragt sich natürlich: Auch diesen Leuten müssen doch immer wieder mal Zweifel hochkochen, denn blöd sind sie ja sicherlich nicht. Kommen sie sich nicht ziemlich schlecht dabei vor, für jemanden die Drecksarbeit zu leisten, den sie gar nicht kennen? Haben Journalisten nicht auch Kinder und Enkel, die näher am ökologischen Kollaps, also noch härter betroffen sein werden als wir heute? Oder landen in den Leit- und in den ÖR-Medien, so wie es oben schon vermutet wurde, nur Journalisten mit überdurchschnittlichen Verdrängungsfähigkeiten und mit einem ganz speziellen Grad intellektueller Flexibilität und Beliebigkeit?

b. -
In diesem Zusammenhang stößt mir auch der Vorwurf der "Lügenpresse" immer wieder negativ auf, der von Pegida und AfD-Politikern geprägt wurde. "Lügenpresse" ist unzutreffend für die Art der Berichterstattung die den Apparat begünstigt und alles damit nicht kompatible behindert. Man kann die Arbeit der MS-Medien nicht mit dem gleich setzen, was man unter einer Lüge versteht. Lügen sind sehr selten dabei.
Lücken gibt es schon häufiger, was wohl nicht nur der Schöpfer des Ausdrucks und der Autor des gleichnamigen Buchs "Lückenpresse" , Ulrich Teusch bemerkt haben mag ("Ulrich Teusch stellt zwei andere, weit gravierendere Faktoren ins Zentrum seiner Analyse: die Unterdrückung wesentlicher Informationen und das Messen mit zweierlei Maß. Beide Defizite sind in unserem Mediensystem strukturell verankert. Wenn sich daran nichts ändert, wird sich das Siechtum der Mainstreammedien fortsetzen."). Lücken in der Berichterstattung, Weglassungen, Verschweigungen und verstümmelnde Verkürzungen sind ein wichtiges Merkmal des Programmspektrums in Presse und Rundfunk.

Doch was in den Meldungen und Nachrichten mittlerweile ausufernd geworden ist, ist neben Teuschs beiden Kriterien noch ein ganz anderes Phänomen. Es ist der auf hohem rhetorischen Niveau betriebene Dilettantismus im Journalismus, das Schwafeln jenseits von Wahrheit und Lüge und aus Gründen heraus, die mit dem Thema nur bedingt zu tun haben. Und dafür gibt es einen besonderen Ausdruck: Bullshit.
Der Begriff ist vor allem von Harry G. Frankfurt in seinem kleinen Büchlein dazu (2005/2006) anschaulich beschrieben worden. Frankfurt verbindet den Bullshit nicht mit der Arbeit der Medien, sondern beschreibt ihn allgemein. Wer sich aber kritisch mit den Medien befasst hat und Frankfurts Text liest, erkennt frappierende Zusammenhänge, Häufigkeiten und Erklärungen. Ich möchte hier kurz darauf eingehen.

Frankfurt unterscheidet den Bullshit strikt von der Lüge, dem Humbug und anderen Varianten, welche die Wahrheit umgehen, wie etwa den Bluff oder das Geschwafel. Wer Humbug oder Lügen von sich gibt, muss die Wahrheit kennen. Hauptmotiv ist die Täuschungsabsicht, also die absichtlich verfälschende Darstellung.
Humbug (Frankfurt bezieht sich auf eine Arbeit von Max Black aus 1985) unterscheidet sich von der Lüge hauptsächlich durch das geäußerte Hochtrabende und kann mittels Sprache und mittels Taten produziert sein. Wichtig dabei: Nicht nur die Sache, sondern auch der eigene Bewusstseinszustand, der ja die Wahrheit kennt, wird falsch dargestellt. Der Humbuger vermittelt den Eindruck, dass er bezüglich des einen geäußerten Dings, glaubt was er sagt. Er stellt mit der Äußerung des Humbugs seine eigenen Überzeugungen falsch dar und will einen bestimmten Eindruck über sich selbst erwecken.

Bullshit dagegen hat das Hochtrabende nicht als Wesensmerkmal, sondern allenfalls manchmal als Motiv. Auch ist er nicht notwendigerweise durch Anmaßung motiviert.
Um sich der Bedeutung von Bullshit weiter zu nähern, betrachtet Frankfurt ein Zitat des amerikanischen Schriftstellers H.W. Longfellow, von dem der Philosoph Ludwig Wittgenstein einmal meinte, es könne ihm "als ein Motto dienen". Es lautete: "In früheren Zeiten der Kunst bearbeiteten Handwerker mit größter Sorgfalt jeden kleinsten und unsichtbaren Teil, denn die Götter sind überall."
Mich hat dieses vom Zitat in den Raum gezeichnete Bild, auch als Handwerker sehr beeindruckt. Man muss hier gar keine Götter ins Spiel bringen, die überall seien, um festzustellen, dass die hier aufgezeigte natürliche Bereitschaft früherer Handwerker zur Sorgfalt heute nahezu völlig verloren gegangen ist. Frankfurt schreibt dazu: "In früheren Zeiten ließen sich Handwerker nicht auf Pfusch ein. Sie arbeiteten sorgfältig und achteten auf jedes Detail ihrer Arbeit.... (Sie) ließen in ihrer aufmerksamen Selbstdisziplin selbst" bei später nicht mehr sichtbaren Teilen nicht nach. Sie "konnten solche Schlampereien nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Nichts wurde unter den Teppich gekehrt. Man könnte vielleicht auch sagen: Es gab keinen Bullshit."

Trotzdem ist der Bullshitter kein geistloser Banause der sein Produkt grob und wenig detailliert ausscheidet, wie es der Wortteil "shit" vielleicht nahelegen würde. Allerdings ist dem "Shit" in der Regel aller Nährstoffgehalt entzogen, was auch dem Produkt des Bullshitters nahe kommt, und "Bull" wird im Wörterbuch "Dialekt Notes" (Frankfurt) u. A. mit "heiße Luft" beschrieben, die ja ebenfalls in den Kontext gehört.
Frankfurt nennt die Gebiete Werbewirtschaft und Politik, wo manche gar nicht geistlos, sondern ganz präzise auf ihr Produkt hinarbeiten. Doch immer allerdings ist eine wichtige Nachlässigkeit enthalten, nämlich die fehlende Verbindung zur Wahrheit. Frankfurt: "Gerade ... in dieser Gleichgültigkeit gegenüber der Frage, wie die Dinge wirklich sind - liegt meines Erachtens das Wesen des Bullshits."

Bullshitten ist dem Bluffen näher als dem Lügen. "Das Wesen des Bullshits liegt nicht darin, dass er falsch ist, sondern dass er gefälscht ist". Frankfurt bringt das Zitat eines Vaters an seinen Sohn: "Lüge nie, wenn du auch mit bullshit durchkommst". Also: Bullshit hat weniger gravierende Folgen bei Entdeckung. Die Lüge ist immer sehr konkret und muss die Wahrheit genau kennen. Bullshitten dagegen ist freier, das Spektrum ist breiter und nicht auf ein bestimmtes Detail begrenzt. Bei Bedarf kann auch der Kontext noch gefälscht werden. Die erforderliche Kreativität darf weniger durchdacht sein, als beim Lügen, es gibt mehr Raum für Improvisation.

Auch nach der Lektüre von Frankfurts Text ist eine knappe Definition von "Bullshit", also die Übersetzung in ein deutsches Wort, nicht so einfach möglich. Wenn man einmal erkannt hat, was den Bullshit ausmacht, identifiziert man ihn sofort, wenn er auftaucht. Auch wer die dem jeweiligen Thema zugehörige Wahrheit kennt, oder wer sich mit dem Thema insofern beschäftigt hat, dass er weiß, was einer vielleicht noch nicht gefundenen Wahrheit nahe kommt und was andererseits dafür völlig ungeeignet ist, erkennt Äußerungen von Zeitgenossen entweder als sachgerecht oder als aufgeblähtes, aussageloses Geschwafel.

In den Medien wird über die unterschiedlichsten Bereiche berichtet. Bei Themen, die unsere fundamentale Lebenswirklichkeit nicht betreffen, mag es kaum von Belang sein, wenn der jeweilige Journalist oder die Person, über die der Journalist berichtet, es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Dies kann sogar einen gewissen Unterhaltungswert besitzen.
Sofern es aber um Politik geht, um Formen, wie unsere Gesellschaft organisiert ist, wie wir wirtschaften, oder in welcher Weise diese Formen bewertet und geändert werden sollten, sind Auftritte von Bullshittern, die in bestimmter Weise falsch darstellen, worauf sie eigentlich aus sind, fatal. Sie blockieren jedes Fortkommen, indem sie die Dinge nur deshalb aufgreifen, um sie folgenlos zu erledigen. Sie verbergen ganz routiniert, dass der Wahrheitsgehalt ihrer Behauptung für sie keine besondere Rolle spielt. Die Motive, die ihr Tun leiten, haben nichts damit zu tun, wie die Dinge über die sie sprechen in Wahrheit sind.

Ein Journalist, der einen Kommentar spricht, oder ein interviewter Politiker, der um einen Kommentar gebeten wird, haben viel zu oft in den Medien entweder gar keine Ahnung davon, wie die Wahrheit zum jeweiligen Thema aussieht, oder sie geben nur ihre eigene subjektive und systemkompatible Ansicht als Wahrheit aus.
Ein Lügner muss die Aussage selbst für falsch halten. Der Bullshitter aber achtet auf die Tatsachen nur insoweit, wie sie von Belang sind, um mit seinen Behauptungen durchzukommen. Ihm ist egal, ob sie die Realität richtig beschreiben. Er legt sie so zurecht, wie er sie braucht.

Und genau dies sehen wir regelmäßig in den MS-Medien. Am deutlichsten wird die exzessive Absonderung von Bullshit, wenn es über Themen zur Wirtschaft oder zur Wirtschaftstheorie selbst geht. Der faktische Bullshit hier ist allein schon damit bewiesen, dass das kapitalistische, "neoliberalistische" Wirtschaftssystem, oder wie man diesen destruktiven Betrug auch immer nennen will, ein einziges und ungeheuer umfassendes Verbrechen darstellt.
Damit ist jede Rechtfertigung, die dem System etwas Gutes abringen möchte, jede Idealisierung von Teilen, jedes andere halbwegs wohlwollende Gerede nicht anderes, als Teil einer Ablenkungsorgie. Ob der Journalist, der Nachrichtensprecher, der Kommentator, der Wirtschaftsexperte, der Konzernvertreter, der Fachmann einer etablierten Partei, allen ist die Wahrheit entweder egal, oder sie kennen sie gar nicht, sondern aber ihren Mist unvermindert in die Tagesmeldungen ab.
Das Motiv all dieser hoch geehrten Bullshitter ist lediglich, hinterher zu jenen zu gehören, die darüber gesprochen haben, - ob sinnvoll oder völlig idiotisch ist dann nicht mehr wichtig. Wichtig auch für das Publikum ist: Der Haufen liegt im Raum. Sofern man zu den Systembefürwortern gehört, kann man jeden beliebigen Scheiß, also Shit absondern, ohne dass dies zur Folge hätte, seine Anerkennung unter den anderen unsagbar zahlreichen Bullshittern zu verlieren.

Schließlich droht noch das Endstadium, in welches der MS-Journalismus und die etablierte Politik als die sich hauptsächlich öffentlich äußernden Tentakel des verbrecherischen Profit-Apparats selbst hineingeraten: Dem exzessiven Bullshitter, der nur noch fragt, welche Wahrheiten ihm in den Kram passen oder nicht, kann die normale Wahrnehmung der Realität ganz verloren gehen.
Er richtet sich weder nach der Wahrheit, noch nach deren Gegenteil, der Unwahrheit, - er beachtet einfach nichts mehr davon. Harry G. Frankfurt sagt: "Aus diesem Grunde ist Bullshit ein größerer Feind der Wahrheit als die Lüge." Und ich ergänze: Deshalb sind die Bullshit-Medien schlimmer als eine eventuelle Lügenpresse.
Frankfurt: "Wer sich darum bemüht, den Tatsachen gerecht zu werden oder sie zu verschleiern, erkennt damit an, dass es Tatsachen gibt, die in irgendeiner Weise erfasst und erkannt werden können.... Wer dagegen nicht mehr an die Möglichkeit glaubt, bestimmte Aussagen als wahr, andere hingegen als falsch auszuweisen, dem bleiben nur zwei Wege. Entweder er stellt jegliche Versuche ein, die Wahrheit zu sagen bzw. zu lügen. Das bedeutet, auf Tatsachenbehauptungen ganz und gar zu verzichten. Oder er stellt weiterhin Behauptungen auf, die den Anspruch auf eine Beschreibung der Wirklichkeit erheben, aber nichts anderes als Bullshit sein können."

Hier genau liegt das Dilemma mit den MS-Medien, der etablierten Politik und sonstigen Akteuren und Profiteuren des Apparats: Ihre subjektive Systemwahrheit MUSS die Wirklichkeit zwangsläufig verdrängen. Frankfurt: "Bullshit ist immer dann unvermeidbar, wenn die Umstände Menschen dazu zwingen, über Dinge zu reden, von denen sie nichts verstehen. Die Produktion von Bullshit wird also dann angeregt, wenn ein Mensch in die Lage gerät oder verpflichtet ist, über ein Thema zu sprechen, das seinen Wissensstand hinsichtlich der für das Thema relevanten Tatsachen übersteigt." - Ist damit nicht das größte Problem mit allen Journalisten der MS-Medien beschrieben? Ihre zentrale Aufgabe, ja ihre Existenzberechtigung ist es doch, sich tagtäglich mit Politikern, konventionellen Ökonomen und anderen "Fachleuten" zu beschäftigen, deren ganzes Denken nur innerhalb der Routine des organisierten Menschheitsverbrechens stattfindet. Die ganze berufliche Arbeit dieser Journalisten beschäftigt sich mit einem komplett falschen Leben, mit den falschen Erkenntnissen, mit falscher Politik und mit Funktionären aus diesem Falschen, deren Arbeit wiederum längerfristig falsch ist für die Gesellschaft. Ihre ganze berufliche Arbeit besteht darin, das falsche als das richtige darzustellen.

Mittlerweile haben wir das Vertrauen verloren, dass sich die Wahrheit überhaupt noch finden lässt. Unvoreingenommene Bemühungen um die Klärung der Frage, was wahr und was falsch ist, werden als wertlos erachtet. Allein deshalb schon gelten sie bei der Mehrheit der Wahrheitsblinden als verdächtig. Frankfurt: "Eine Reaktion auf diesen Vertrauensverlust besteht in der Abkehr von jeder Form der Disziplin, die für die Verfolgung eines Ideals der Richtigkeit erforderlich ist, und der Hinwendung zu einer Disziplin, wie sie die Verfolgung eines alternativen Ideals erfordert, nämlich eines Ideals der Aufrichtigkeit."

Aufrichtigkeit ist jene Ressource, die man in den MS-Medien fast nicht mehr finden kann. Was der dortige Journalismus nur noch tut, sind zwei Dinge: Erstens dem goldenen Wahrheitskalb des Apparats hinterher zu tappen, um jeglichen Bullshit seiner angesagten Repräsentanten als nachrichtentaugliche Wichtigkeit zu erfassen und zweitens, den Klienten, der breiten Masse, dieses Kalb als die einzig mögliche Realität und seinen Shit als seriöse Wahrheit zu verkaufen.
Und: "Statt sich in erster Linie um eine richtige Darstellung der gemeinsamen Welt zu bemühen, wendet der einzelne sich dem Versuch zu, eine aufrichtige Darstellung seiner selbst zu geben."
Das muss aber von vornherein scheitern, so Frankfurt, weil wir als bewusste Wesen "nur in der Reaktion auf andere Dinge" existieren, und deshalb kann eine Aufrichtigkeit nur sich selbst gegenüber ebenfalls nichts anderes als Bullshit sein.

c. -
Nun gut, ganz oben im Apparat also, ist der Antrieb krankhafte Profitsucht, gepaart mit dem Streben nach größtmöglichem Einfluss durch entsprechende Anpassung der Weltgesellschaft. Für den Profit ist man bereit, radikal alles umzusetzen, was im Bereich der Möglichkeiten, und auch was derzeit noch außerhalb davon liegt. Und unten, im Räderwerk der Profitmaschine, unter den Bediensteten der Medien in der Berührungsebene zum gemeinen Volk, ist die Motivation oder der Ersatz dafür eingebildete Pflichterfüllung, schlichte Ignoranz, Aufschneiderei, Karrieregeilheit, bis hin zu banalster Stümperhaftigkeit und Bräsigkeit.

Neben der pauschalen bis subtilen "Relativierung" jeglicher Fundamental-Kritik am Apparat und seiner Wirtschaftsordnung, besorgen die MS-Medien in ihrer zweiten Disziplin auch die Beschönigung und Verherrlichung der Pseudo-Ideale seines Gesellschaftssystems.
Auch dafür muss der MS-Journalist eine Mischung der verschiedenen Korruptionsimpulse verinnerlicht haben, die auch hier den klaren und objektiven Verstand überlagern und den intellektuellen Anspruch, einen Zusammenhang oder eine Vertuschungsabsicht wirklich verstehen zu wollen, vernebelt.
Zu diesen Pseudo-Idealen und den zugehörigen Ausdrücken könnte man eine eigene Abhandlung schreiben. Bezüglich der Schlagworte Wirtschaftssystem und Demokratie und der Diskrepanz zwischen edlem Namen und letztendlichem Inhalt, wurde auf dieser Site schon mehr publiziert. Das real existierende Wirtschaftssystem zielt ausschließlich auf die totale Ausbeutung aller natürlichen und menschlichen Werte und Schätze, also auf die vollständige Zerstörung von allem ab, was ein einigermaßen friedliches Leben auf diesem Planeten ausmacht.
Im Wortschatz, der seine Teile bezeichnet, kann es nur Falschheit und Lüge geben! Der MS-Journalismus ist sich nicht zu schade, diese Falschheiten und Lügen jeden Tag Hundertfach in die Köpfe des Volkes auszugießen. Ob mit Absicht, aus Ignoranz oder aus Dummheit heraus, er vertuscht damit nachhaltig die wahren Absichten des Wirtschaftssystems, bzw. seiner Profiteure. Der Begriff Demokratie wiederum wird stets eng am Begriff des Wirtschaftssystems geführt, als wären es untrennbare Teile ein und desselben Phänomens.

Rainer Mausfeld bezeichnet solcherlei Begrifflichkeiten als "vergiftete Worte", die aus einem imaginären "Falschwörterbuch" des "Neoliberalismus" entstammen könnten. Hier bedeutet jedes Wort "eigentlich das Gegenteil von dem, was es zu bedeuten scheint". Ebenso wie im früheren Bolschewismus, lässt sich auch im "Neoliberalismus" die Macht am besten dadurch erringen und halten, wenn es einem gelingt, mit vorgedeuteten Worten das Denken der Menschen zu besetzen. Mausfeld zitiert Friedrich Hayek (eigentlich offizieller Antibolschewist) der sagte: "Die erfolgreichste Technik besteht darin, die alten Worte beizubehalten, aber ihren Sinn zu ändern."
Zu diesen Wörtern aus dem Falschwörterbuch zählt Mausfeld beispielsweise die Begriffe: Freiheit, Reformen, Stabilität, freier Markt, Freihandel und auch Globalisierung. Man könnte noch ergänzen mit: Konservativ, demokratisch, nachhaltig, marktwirtschaftlich, Wende, liberal, Arbeitsmarktpolitik, Umweltpolitik, sozialdemokratisch, Wahl, repräsentativ, usw. Keines dieser Wörter meint in der heutigen Wirklichkeit noch das, was man im Wörterbuch dazu findet, bzw. es hat eine Spezifizierung erfahren oder wurde von anderen Bedeutungsbezügen losgelöst..
Im Netz gibt es einen "Übersetzer für politische Begriffe", eine kleine
Zusammenstellung edel daher kommender Worte samt des völlig abweichenden und vom Apparat verfolgten konträren Sinns, eine Auswahl: "Bankenrettung::Legaler Raub; Befreiung::Besetzung; Demokratieverbreitung::Imperialismus fördern; Freiheitskämpfer::Geheimagent, Söldner; Krieg gegen den Terror::Krieg des Terrors; Nachhaltigkeit::Dauerhafter Profit, Nachrichten::Mainstream/Propaganda, Terrorist::Jeder der im Wege steht, Transparenz::Höchste Geheimhaltung, Wahlen::Falsche Hoffnungen, Wandel::Altes in neuer Verpackung, Verschwörungstheorie::Mist, sie haben uns!" - Ließe sich noch verfeinern und erweitern.

Um die wirklich gemeinte Bedeutung solch vergifteter Worte zu erfassen, muss sich der Beobachter die Mühe machen und die Zusammenhänge, bzw. den strategischen Hintergrund betrachten, in denen das Wort benutzt wird. Das ist nicht einfach, doch man bekommt schnell ein Gespür dafür, die zutreffende Erklärung zu finden. Man sollte das macht- und wirtschaftspolitische Bestreben jener Personen berücksichtigen und recherchieren, die diese Worte in den Mund nehmen und auch immer die dahinter stehende Gruppe und den aktuellen Anlass, der es erfordert sich zu äußern, im Bewusstsein behalten.
Die Anwendung dieser Falschwörter-Strategie erstreckt sich über sämtliche Themenfelder. Worte sind nicht nur Worte, sondern transportieren einen unsichtbaren Rucksack an Bedeutungen, Absichten und Stimmungen. Es gibt positiv und negativ besetzte Wörter, die sich an eine Person oder ein Problem anhängen lassen und die im Wertesystem der Zielgruppe ein positives oder negatives Bild erzeugen.

d. -
Auch aus dem Buch "Politisches Framing" von Elisabeth Wehling wissen wir um die Möglichkeiten, mit einem bestimmten und extra dafür komponierten oder getunten Wort eine ganze Bedeutungsebene samt Gefühlen und vorgeplanten Reaktionsmustern zu transportieren. Und diese "Frames" nutzen auch Redakteure in den Medien, von ganz bewusst bis hin zu leichtfertig und unreflektiert für ihre Arbeit. Sie sind ein bequemer Ersatz für objektive Argumentationen. Ob sie eines Journalisten würdig sind, steht nicht zur Diskussion.

Zu den positiv besetzten Begriffen gehören auch die "Narrative" (in der sozialwissenschaftlichen Bedeutung). Dabei haben wir es mit einer Form von Erzählungen, in erster Linie über Teile unser Aller gesellschaftlichen Realität zu tun. Genau betrachtet sind es psychologische Konzepte zur Steuerung der öffentlichen Meinung, gewissermaßen also Märchen und auch eine Art von "Einschlafhilfe" für normale Staatsbürger.
Wie beim Framing werden Leitlinien des Denkens etabliert. Weil in ihnen die Interpretationen dem gewünschten sozialen Konsens entsprechend festgeschrieben sind, lässt sich mit ihnen leicht ein Wir-Gefühl in der durchschnittlichen Öffentlichkeit erzeugen. Dieses Massengefühl wiederum unterdrückt sehr effektiv die mögliche Opposition zu jenem, der das Narrativ benutzt.
Ungeschminkt festgestellt, sind sie ebenfalls eine Form von Korruption. Narrative kommen mit wenigen Worten aus, transportieren aber das Bild eines ganzen Bündels an Werten, Empfindungen und Sehnsüchten. Bei Durchschnittsbürgern, die einmal die beabsichtigte Bedeutung verinnerlicht haben, löst das bloße Hören des Begriffs sofort wieder die ganze Palette dieser emotionalen Blasen aus, ohne dass dabei der Verstand eine große Rolle spielt und die Schlüssigkeit der Zusammenhänge überprüft.
Narrative funktionieren gewissermaßen wie die Glocke bei Pawlows Hund, nach deren Ertönen ihm der Speichel im Mund zusammen läuft, weil er auf Futter hofft. Nur folgen nach Aufflammen der Sehnsucht beim Publikum keine Taten, welche die Hoffnung erfüllen, denn auch Pawlows Hund brauchte später kein Futter mehr, um nach Hören der Glocke zu sabbern. Wikipedia schreibt: "...Bestimmendes Element hinter einem Narrativ ist weniger der Wahrheitsgehalt, sondern ein gemeinsam geteiltes Bild mit starker Strahlkraft...".

Und diese Strahlkraft lassen Politiker, Wirtschaftslobbyisten und insbesondere die Medien in den Köpfen ihrer Klienten aufpoppen, wenn sie Begriffe verwenden wie "Freiheitlich, demokratische Grundordnung", "Soziale Marktwirtschaft", "Bewahrung unseres Wohlstands", "Sozialstaatsprinzip", "Soziale Gerechtigkeit", "Demokratischer Rechtsstaat", "vom Wahlrecht Gebrauch machen", "Freier Wettbewerb", "Technischer Fortschritt" und all die anderen Märchen unserer bunten gefälschten Welt. Ebenso wie die Bezeichnungen unsäglicher Pseudoreformen, wie etwa das "2-Grad-Ziel", die "nachhaltige Abfallwirtschaft", "Wasserrahmenrichtlinien" oder die "Ziele nachhaltiger Entwicklung", usw. sind dies nichts als Bullshit-Granaten, um das große unabwendbare Ergebnis, die totale Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen zu vertuschen.
Narrative sind für erwachsene Staatsbürger das, was die Geschichten um den Weihnachtsmann und den Osterhasen für kleine Kinder sind. Die öde und schlecht geschminkte Welt wird damit etwas interessanter, ersehnte gesellschaftliche Gemeinsamkeiten scheinen zumindest denkbar zu sein, bzw. von Parlamentariern gedacht zu werden. Der Übergang des Begriffs der Narrative zu den "vergifteten Worten" nach Rainer Mausfeld ist fließend. Wer diese Begriffe benutzt ist entweder naiv und wenig gewissenhaft, oder er hegt eine Absicht, meist die zu lügen oder zu täuschen.

8. Die Kritiker und ihre Eigendarstellung

Kommen wir aber endlich zu den Kritikern des Apparats, genauer gesagt zu jenen Leuten im Land, die mit Veröffentlichungen vor allem im Internet gegen den Wahnsinn des Wirtschaftssystems und seiner Folgen aufbegehren. Wenn man zu diesen noch jene zählt, die sich solchen Schreibenden verbunden fühlen, aber die sich nicht den Gruppen üblicher Systemgegner und NGO-Unterstützer zuordnen wollen und nicht einfach nur rechts eingestellt sind, sehen wir schon das Grundpotential einer dringend notwendigen, aber derzeit noch fehlenden Opposition.

a. - "Wer, wenn nicht wir?"
Wie aber lässt sich diese Opposition zusammen bringen, oder besser gefragt, wie kann sie sich zusammenfinden? Es bräuchte dafür einen gewissen Konsens von Attributen, eine Liste aus Gemeinsamkeiten und Wünschen, die alle unterschreiben könnten. Wenn dann erkennbar werden würde, dass da viele Leute an einem Strang ziehen, es also eine "Neue Bewegung" gibt, die nicht den bekannten rechten und linken Lagern zuzuordnen ist und auch nicht jenen Kritikern, die nur gegen einzelne Symptome ankämpfen, sondern eine ganz neue, frische objektive Art der Argumentation vorzuweisen hat, kämen auch noch andere nicht einverstandene Menschen dazu, die in diesen bleiernen Zeiten ohnehin auf der Suche nach einem Sinn sind.

Dass eine gewisse Sehnsucht in der Luft liegt, ist doch fast mit Händen zu greifen. Im Zuge der Feststellung, dass etwas gegen den neuen neoliberalistischen Totalitarismus getan werden müsse, beantwortete Rainer Mausfeld am Ende seines Vortrags vom 22. Oktober 2017 die Frage "Und wer zum Teufel tut es?", die ursprünglich von dem US-Humangeographen David Harvey stammt, mit einem schlichten: "Wir!" - Klar, wer sonst?!
Warum? - Ganz einfach deshalb, - und das wäre die erste Gemeinsamkeit -, weil wir das Problem deutlich vor uns sehen, weil wir es denjenigen schuldig sind, die früher unsere heutigen Freiheiten errungen haben und weil sonst niemand da ist, der Freiheiten für die nachfolgenden Generationen erstreiten könnte.
Und wie? - Nicht mit "Austausch, Dialog und Verständigung", wie es uns der pseudomoralische Zeigefinger des Apparats gerne vorschreiben will (auch so ein Narrativ). Nein, denn er tut dies ja gerade deshalb, WEIL wir damit keine Chance hätten. Immerhin haben wir es hier nicht mit unserem Nachbarn zu tun, der spät abends noch Lärm macht, sondern mit "gesellschaftlichen Antagonismen", also totalen und existenziellen Widersprüchen und das unter "asymmetrischen Machtverhältnissen", also Verhältnissen wie zwischen David und Goliath. Wir dürfen uns nicht von der Tatsache ablenken lassen, dass wir uns gegen ein Verbrechen wenden, ja gegen DAS Verbrechen, welches die Möglichkeit normaler Zivilisation auf der Erde beenden wird, wenn es nicht beendet wird.

b. - Ein neues Wirtschaftssystem
Dieses verinnerlicht zu haben, wäre der erste Teil der Gemeinsamkeit. Der zweite Teil ist der Konsens über die erforderliche Radikalität des notwendigen, herbeizuführenden Wandels und die genaue Verortung des Ansatzpunktes. Die fehlende Opposition darf nicht länger gegen die einzelnen Auswirkungen des Systems, sondern muss klar und deutlich für ein völlig neues System ohne negative Auswirkungen kämpfen.
Um es mit einem Bilde zu verdeutlichen:
Wenn das Hochhaus auf schwammigem Untergrund errichtet wurde, was ständige Reparaturen an statisch relevanten Teilen, an Wänden und Fassaden und an der übrigen Bausubstanz erfordert, hilft eigentlich nur die Aufgabe des Gebäudes und die Neukonstruktion auf sicherem Fundament. Hier wie da: Es gibt nur die Maximallösung, alles andere ist Selbstbetrug.
Dem maroden Fundament hier entspräche das "neoliberalistische", auf Schadensexternalisierung ausgerichtete Wirtschaftssystem. Das Hochhaus symbolisiert die Hoffnungen der globalen Zivilgesellschaft.

Im Klartext: Wir brauchen einen möglichst detaillierten Entwurf für ein neues zukunftsverträgliches Wirtschaftssystem. Da in dem jetzigen System so gut wie gar nichts zukunftsverträglich, oder wie manche auch sagen, wirklich nachhaltig ist, wird sich das neue System vom alten grundlegend unterscheiden. Es hat keinen Sinn dieses neue Wirtschaftssystem an dieser Stelle detailliert zu beschreiben, denn das würde den Textumfang sprengen. Allerdings hat Zukunftslobby hierzu schon etliche Aspekte veröffentlicht, zum größten Teil auch auf der Vereins-Website zu finden.

Äußerst knapp hierzu vielleicht ein paar Schlagworte:
- Aufstellung eines festen Ordnungsrahmens für alle Wirtschaftssubjekte. Dieser schreibt die unmittelbare Internalisierung sämtlicher tatsächlicher und potentieller Schäden zwingend vor, die Dritten aus Produktion und Dienstleistung entstehen könnten und verhindert damit im Vorfeld schon ökologische und soziale Schäden für die Allgemeinheit. Die Internalisierungseinnahmen (in Euro) werden als vorübergehendes Monatseinkommen sofort wieder in Form eine gleich hohen Betrags für alle Staatsbürger jedweden Alters ausgezahlt (Fairer Wettbewerb für Energieträger und Rohstoffe)
- Einführung einer Dienstleistungswährung parallel zum Euro, in Form eines Schwundgelds mit eingebautem Verfall. Diese Währung wird allen im Lande Lebenden monatlich in gleicher Höhe ausgezahlt, und zusätzlich noch an die Kommunen als Betrag pro Einwohner. Je größer die Kommune, desto kleiner wird der jeweilige Betrag. Die Inflationsgefahr ist bei diesem finanziellen Instrumentarium ausgeschlossen, da die Währung sich mit der Zeit selbst entwertet. (Fairer Wettbewerb für Finanzmittel)
- Die Deregulierung wird umgedreht, heißt: Auf der unteren Ebene der Arbeit, dort, wo einzelne Bürger ihre individuelle Fähigkeit (körperliche und geistige Arbeitsleistung) auf dem Arbeitsmarkt anbieten, entfallen im Bereich der Bezahlung mit Dienstleistungswährung alle Lohn- und Einkommensteuern, alle Beschränkungen durch und Abgaben an Handwerks- und Handelskammern, alle Gewerbeeinschränkungen und alle sonstigen Hürden. Nur wenige Regeln bezüglich elementarer Sicherheit und offensichtlicher und schwerer Nachteile gegenüber Dritten, bleiben bestehen. Steuern werden nur auf die Mittel erhoben, die zur Ausführung der Arbeitsleistung gebraucht werden, sofern diese nicht ebenfalls schon durch entsprechende Dienstleistungen hervorgebracht wurden. (Fairer Wettbewerb zwischen arbeitsfähigen Menschen).
- Auf der oberen Ebene dafür Einrichtung eines gesellschaftlich vertretbaren Mittelweges aus großzügiger Gewährung und strikter Begrenzung von Privatbesitz, harte Kontrolle und Besteuerung von Wirtschaftsverbänden und sonstigen mittelbar eigendienlichen Lobbystrukturen, Begrenzung von Grundbesitz außerhalb einer höchstpersönlichen und gesellschaftsdienlichen Nutzung durch gleitende Vollbesteuerung der 100%-Marke zu. (Fairer Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Besitzständen)
Eine vierte Verfassungsinstitution wird gebildet mit den gleichen Befugnissen, wie das Bundesverfassungsgericht. Diese "Bewahrende Gewalt" ist für die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen zuständig und kann der Politik Anweisungen erteilen. Ihr wird auch der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk unterstellt.
Usw., usf.
Dieses Modell, in Wahrheit sehr viel umfangreicher, nennt Zukunftslobby die "Kategorische Marktwirtschaft". Man könnte es vielleicht auch als Ordoliberalismus 2.0 bezeichnen. Doch es geht sehr viel weiter als das, was sich die Ökonomen der Freiburger Schule einmal gedacht hatten, weil es Aspekte berücksichtigt, die Mitte des 20. Jahrhunderts, zur Blütezeit dieser volkswirtschaftlichen Denkrichtung, noch niemand ahnte.
Das Besondere ist auch, dass das Modell gleich beide Probleme löst: Einmal das Problem zerstörter Lebensgrundlagen für die nachfolgenden Generationen in der Zukunft, wie auch das Problem der faktischen Perspektivlosigkeit für die Menschen der Gegenwart. Die Kategorische Marktwirtschaft wäre auch das erste auf diesem Planeten umgesetzte Modell, das tatsächlich eine Marktwirtschaft ist. Was derzeit darunter verstanden wird sind lediglich Formen von Pseudo-Marktwirtschaft, mit denen die herrschende Kapitalistische Planwirtschaft versucht ihr Image zu polieren.

Dieses Modell würde eine radikal zu nennende Alternative sein, neuartig in seiner Logik und in seinen Auswirkungen, ein Entwurf, den derzeit keine Partei der Welt auch nur in Ansätzen in ihrem Programm beschreibt. Einen solchen Entwurf kann man dann auch gegen das real existierende System in öffentlichen Debatten antreten lassen. Es bietet für den überwiegenden Teil der Bevölkerung enorme Reize und Verbesserungen der persönlichen Perspektiven an und würde schnell viele Anhänger finden. Sofern es dabei auch gelingt, alle die üblichen Ablenkungsmanöver des Apparats ins Leere zu lenken, hätte das alte System längerfristig keinerlei Chance.

Denn vergessen wir nicht: Das herrschende Wirtschaftssystem ist gewissermaßen auch das Schwert des Apparats. Mit ihm regiert er die Welt. Er wird nicht müde, dieses Schwert als ein ordnendes Werkzeug erscheinen zu lassen, welches notwendig sei, dass nicht das Chaos ausbricht in allen Belangen. An dieses Schwert glauben alle Politiker, Unternehmensvertreter und die meisten Journalisten abgöttisch wie an das goldene Kalb in biblischen Zeiten.
Der Apparat selbst lässt sich von uns nicht bekämpfen, aber sein Schwert lässt sich entwerten und zerbrechen, wenn man es schafft, die Ökonomie des "Profits aus Zerstörung" nackt zu zeigen. Wir müssen alles daran setzen, sie als größtes denkbares Verbrechen an der Menschheit und der Menschlichkeit ins Bewusstsein möglichst vieler Leute zu transportieren. Wenn man zu diesem ökonomischen System dann noch eine radikale Alternative anbieten kann, umso besser.

c. - Keine "Weltverschwörung"
Weiter sollte als Teil der Gemeinsamkeit folgende Erkenntnis Konsens sein:
Die Planung und Ausführung des Verbrechens, welches der Apparat dabei ist zu verüben, beruht NICHT auf einer Verschwörung oder auf einer ähnlich gearteten und insgeheim abgekarteten Sache! Es gibt keine Weltverschwörung, wie dies manche Leute nicht müde werden, zu behaupten, und es gibt auch nicht die geringste Notwendigkeit für die fehlende Opposition, eine solche Weltverschwörung zu behaupten, bzw. in eine solche Behauptung einzustimmen, um gegen die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen vorgehen zu können!

Dass das Verbrechen passiert, ist vielmehr das Ergebnis einer langen Entwicklung aus der Perfektionierung wirtschaftlich/politischer Möglichkeiten, zu denen auch die Anhäufung von Macht zählt. Fast schon könnte man sagen, es stellt einen Beweis für evolutionäre Gesetzmäßigkeiten in eine negative Richtung auch auf wirtschaftstheoretischer Ebene dar.
Hier sind schlichtweg zwei Dinge mit schlimmen Folgen zusammen gekommen: Einmal das gegenwärtig gültige ökonomische System, ob wir es nun Kapitalismus, "Neoliberalismus" oder in Zukunft besser Kapitalistische Planwirtschaft nennen, dessen oberstes Funktionsprinzip festlegt, dass sich mittels Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen vortrefflich Profit schlagen und in der Folge Macht erringen lässt, und zum anderen, dass dieses Funktionsprinzip, wie der Kothaufen die Fliegen, eben Leute mit asozialem Charakter anzieht, für die Reichtum und Macht das einzig Erstrebenswerte ist.

Darauf lässt sich eigentlich alles zurückführen. Der Apparat ist einfach nur deshalb entstanden, weil die Weltwirtschaft viel zu lange schon einem grundfalschen Ordnungsrahmen unterworfen ist und sich dementsprechend evolutionär ausgeformt hat. - Sicherlich, diese entstandenen Herrschaftsstrukturen, die den Apparat bilden, eben die Davos-Gesellschaft, sorgen jetzt natürlich aktiv dafür, dass alles im ihnen dienlichen Sinne verbleibt und sich noch weiter dorthin entwickelt.
- Sie hören nicht damit auf, alle Komponenten ihrer Herrschaft ständig zu verfeinern, sei es nun den militärischen Arm in Form der Nato-Armee, die Institutionen der verdeckten Gewalt und Indoktrination, also Geheimdienste, Think-Tanks und transatlantische NGOs, oder die Strukturen und Strategien bezüglich der sichtbaren Kommunikationseinheiten, die sich im Journalismus dem Volk zuwenden.
- Sie werden auch nicht damit aufhören, ihre intellektuell hochwertig erscheinende Wirtschaftstheorie permanent zu polieren, indem sie auf allen verfügbaren Medienkanälen und aus dem Mund sämtlicher Wasserträger und Vorteilsnehmer vom vermeintlichen Segen säuseln. Dabei wurde die Theorie allein nur deshalb entwickelt, um die blanke Habsucht ihrer Anhänger zu legitimieren.
- Sie werden auch weiter Theorien zu angeblichen Gefährdungspotenzialen in die Welt setzen, nur um Interventionen in jenen Ländern der Erde anzuzetteln, die sich ihren Profitabsichten nicht freiwillig unterwerfen.
- Und sie werden, wie in den letzten Jahrzehnten intensivst geschehen, weiter Medienhäuser, Verlage, Presseagenturen und andere Schaltorgane der öffentlichen Meinung, wie etwa jene im Internet, fusionieren und in Oligarchenbesitz transferieren, um das Volk noch besser zum Gehilfen für den Profit zu erziehen, um jede Kritik schon im Keim ersticken zu können und um möglichst viele Journalisten einer Bewusstseinskorruption zu unterwerfen und unter Kontrolle zu bekommen.

Egal was noch kommen mag, letztendlich aber ist das Ur-Übel das herrschende ökonomische System, dessen Ordnungsrahmen, von regional bis global, für die natürlichen Lebensgrundlagen der Spezies Mensch absolut unverträglich ist. Dieser Ordnungsrahmen hat das Prinzip "Profit aus Zerstörung" direkt hervor gebracht, weil er es ermöglicht. Das Prinzip ist lediglich die allerradikalste Anwendung der vom Rahmen vorgegebenen Möglichkeiten. Dass es jetzt auf das größte Menschheitsverbrechen, also darauf hinaus läuft, tatsächlich den Ast durchzusägen, auf dem die Zivilgesellschaft sitzt, ist eigentlich nur die logische letzte Konsequenz, die kommen musste: Die brutalsten Charaktere des Profitstrebens (und hier erst kommen Menschen ins Spiel) sind in den Schaltebenen des Apparats angekommen und haben die letzten und äußersten Möglichkeiten entdeckt. Nun wenden sie sie an!

Zum besseren Verständnis können wir es auch umgekehrt sehen: Die Vorkehrungen, Absprachen, Taktiken, Aktionen und Interventionen, die der Apparat zur Sicherung und permanenten Ausweitung der Profitmöglichkeiten trifft, sind den Regeln des gültigen Ordnungsrahmens, bzw. seinen Defiziten angepasst. Weil dieses Streben immer umfassender wird und auch der Schutz der Gültigkeit des Rahmens oberste Priorität besitzt, führt dies automatisch zur alles unterwerfenden Herrschaft der globalen Verbrechensorganisation, die auch Rainer Mausfeld beklagt.
Deshalb erfüllt das geschehende Verbrechen auch nicht den Tatbestand von Milliardenfachem Massenmord (über mehrere Jahrhunderte summiert), sondern eher den von milliardenfacher fahrlässiger Tötung in überwiegend besonders schweren Fällen. Das macht das Ergebnis zwar nicht besser, hebt den Kampf dagegen allerdings auf eine objektive Ebene.

Jetzt wird man natürlich sagen können, es gäbe keinen Unterschied, ob die Welt nun von aktiv handelnden Tätern, oder von ihrer Handlungstheorie zerstört wird. Erstens sei das Ergebnis dasselbe und zweitens würde es nicht die Taten der Akteure schmälern. - Ja natürlich, aber wir haben bei dieser Sichtweise einen besser bekämpfbaren Feind, erstens deren ökonomische Theorie und zweitens die Schrecklichkeit des Endresultats.
Die Theorie ist nach vielen Kriterien faul bis ins Mark, und dies kann man, wenn sich viele Zukunftslobbyisten beteiligen, auch vielen unsicheren Wasserträgern und Profiteuren des Apparats, wie auch der interessierten Öffentlichkeit plausibel machen. Daraus könnte eine Bewegung und auch eine neue politische Radikale entstehen, welche die heutigen Politiker als wirtschaftstheoretische Idioten und als Gehilfen der Massentötung am Pranger stehen lässt. Und: Was wäre der Apparat ohne die massenhafte Zustimmung zu seinem Wirtschaftssystem? Was wäre er, wenn immer mehr seiner willigen Vollstrecker zu Kritikern würden? Entweder er zerfällt in wenigen Jahren oder er führt Krieg gegen den Rest, den er aber nicht gewinnen kann.

Das ist der Ansatz von Zukunftslobby und muss der Ansatz der fehlenden Opposition sein. Wir lehnen es grundsätzlich ab auf Feldern gegen den Apparat zu kämpfen, auf denen er sich gewappnet hat und wo es in der Sache nichts zu holen gibt. Wir machen es dort, wo seine größten Schwächen liegen, nämlich in seiner Wirtschaftstheorie und gegenüber der Summe seines Wirkens, die ein Verbrechen ist. - Wie soll es sonst gehen? Wer hierauf eine Antwort hat, soll sie mir mitteilen! Jedoch bedenken wir: Der Ausweg ist meist eine unscheinbare kleine Tür.

d. - Unterschied neoliberal und neoliberalistisch
An dieser Stelle will ich noch auf die Notwendigkeit einer Begriffsklärung hinweisen, die innerhalb der fehlenden Opposition unbedingt erfolgen muss. Wenn wir von "Neoliberalismus" reden, sollten wir daran denken, was das Wort neoliberal einmal bedeutet hat. Weiter oben hatte ich es schon angedeutet.
Als neoliberal verstanden sich die Vertreter des Ordoliberalismus in Deutschland, von denen der wichtigste Kopf wohl der Ökonom und Gesellschaftsphilosoph Walter Euken war. Euken war der Überzeugung, dass ein Ordnungsrahmen für die Wirtschaft unverzichtbar ist und dass erst dann die Wirtschaft in den strengen Grenzen dieses Rahmens die Möglichkeit bekommen kann, frei zu agieren. Leider ist Euken schon 1950 gestorben und die anderen Vertreter der Freiburger Schule, wie sich diese wirtschaftstheoretische Richtung nannte, konnten sich nicht durchsetzen.
Adenauer und andere frühe Angehörige der Verbrechensorganisation, vor allem die Ökonomie-Stars aus der Österreichischen Schule um Friedrich Hayek und aus der Chicagoer Schule um Milton Friedmann, schafften es dann, deren Ideen als edle Fassade zu benutzen (Beispiel: "Soziale Marktwirtschaft") und dahinter das Projekt des Ordnungsrahmens bis auf wenige grundlegende Notwendigkeiten in einer Demokratie, zu zerschlagen.

Hätte Euken länger gelebt, wäre von ihm sicherlich einiges an substantiellem Widerspruch gegenüber seinen späteren Kollegen in die öffentlichen Diskussionen gelangt. Ja hätte er gar die Anfänge der Umweltproblematik in den 1970er Jahren erlebt, wäre er bestimmt der erste gewesen, der die sogenannte Umweltpolitik als nutzloses Ablenkungsmanöver bezeichnet und betont hätte, dass das Phänomen der Umweltbeeinträchtigung durch Produktionsfolgen zu 100% in den Ordnungsrahmen gehöre.

Deshalb schlage ich vor, auch in Anerkennung des Werks von Walter Euken, die heutige Variante des Kapitalismus, den "Neoliberalismus", in unserer Sprache klar abzugrenzen. Wir können dies tun, indem wir das Adjektiv neoliberal und die Bezeichnung Neoliberale für Personen und Gruppen vollständig vermeiden, wenn wir den heutigen Zustand beschreiben und es nicht um die Freiburger Schule geht.
Wir sollten uns angewöhnen, immer Neoliberalisten und neoliberalistisch zu sagen, wenn wir über die herrschende Ökonomie reden. Der Unterschied ist ähnlich wie bei extrem und extremistisch, islamisch und islamistisch, fundamental und fundamentalistisch, usw. Das real existierende System ist kein neoliberales, sondern ein neoliberalistisches Wirtschaftssystem. Auch für die Glaubwürdigkeit bezüglich geschichtlicher Tatsachen ist es unverzichtbar, hier deutlich zu unterscheiden.

e. - Abstand halten von potentiellen Tretminen
Die Theorie einer Weltverschwörung zu behaupten hat im Kampf gegen den Apparat also keinerlei Sinn. Man gewinnt dadurch rein gar nichts, kann sich aber ziemlich unglaubwürdig machen, also schon vor einer Diskussion in einer Schublade landen.
Ähnlich ist es mit anderen Feldern der Kritik, wo die Schubladisierungs-Mechanismen der MS-Medien ganz im Sinne des Apparats bereits routiniert angewendet werden. Auch hier kann gelten: Was wir beklagen, ein Symptom, ein Mechanismus, ein Vorgehen, bei dem Dritte betroffen sind und wir gezwungen sind, Partei zu ergreifen, ist zwar wahr, aber der Weg, um es der Öffentlichkeit zu vermitteln, ist bereits verbaut.
Selbst wenn wir Beweise haben, dass uns die Medien zu diesen Themen ebenfalls nur mit Halbwahrheiten, Verschweigungen und Bullshit abspeisen, sollten wir Äußerungen dazu vermeiden, bzw. diese anderen überlassen oder deutlich außerhalb der fehlenden Opposition darüber klagen. Denken wir daran: Kritiker des Systems unglaubwürdig zu machen, ist die schärfste Waffe seiner Protagonisten.

Zwei Beispiele zu Themen, die hierzu zählen und wie sie jemand kürzlich im Forum des Nachrichten-Portals Telepolis schilderte:
"- Die Medien zeichnen ein Bild von den Ereignissen in der Ukraine, wonach ein nach Demokratie und Europa dürstendes Volk ein schlimmes Regime gestürzt und durch solcherlei "demokratischen" (Orginalton Merkel) Machtwechsel eine integere Regierung an die Macht brachte. Das böse Russland begann dann im Donbass einen Krieg gegen die Ukraine und raubte per "Annexion" die Krim.
In der Realität fand in Kiew ein bewaffneter Aufstand statt. Nachdem Scharfschützen ca 100 Menschen (Polizisten wie Demonstranten) erschossen hatten, wurde das Parlament gewaltsam gestürmt, unliebsame Abgeordnete misshandelt oder verjagt. Die zuvor gewählte Regierung "abgesetzt" trotz der laut Verfassung unzureichenden Stimmenzahl. Nachdem er Hinweise erhielt wonach er ermordet werden sollte, floh der gewählte Präsident.
Nachdem die neue "Regierung" feindliche Massnahmen gegen die ethnisch russische Bevölkerung ankündigte, erklärte sich die Krim für unabhängig und schloß sich wenig später per Referendum an Russland an. Nachdem rechtsradikale neonazistische Gruppen in Odessa ca 50 Anti-Maidan Demonstranten verbrannten, entwickelte sich eine Unabhängigkeitsbewegung im Donbas, gegen welche die neue "Regierung" in Kiew bis heute Krieg führt.
- In Syrien zeichnen die Medien ein Bild von einer angeblich demokratischen Bewegung gegen einen bösen Diktator, einen "Schlächter", die mit einem bewaffneten Kampf mehr Freiheit für die Bevölkerung erreichen will. Das "Regime" tötet angeblich alle seine Gegner, setzt Giftgas gegen die Bevölkerung ein und ist alleine für inzwischen ca. 450.000 Tote dieses Krieges verantwortlich. Der böse Diktator muss weg. Alle in Syrien scheinen ihn zu hassen.
In der Realität wurden zunächst friedliche Demonstrationen in Syrien durch bewaffnete islamistische Gruppen gehighjackt. Waffen und islamistische Dschihadisten wurden in ungeheuren Mengen aus dem Ausland eingeschleust. Die islamistsichen Milizen griffen Polizisten und Soldaten an, terrorisierten und töteten (enthaupteten) auch andersgläubige Zivilisten, nahmen die Bevölkerung zur Geisel. Um westliche Militärmächte (USA) dazu zu bewegen, auf ihrer Seite einzuschreiten, setzten die islamistischen Milizen in den Gebieten, die sie kontrollierten, Giftgas gegen die Bevölkerung ein. Diese beschönigend "Rebellen" genannten Islamisten hatten/haben max 10% der Bevölkerug hinter sich, der gewählte Präsident Assad hingegen ca 70%.
"

Sicherlich, die schreiende Doppelmoral in Radio und Fernsehen, zwischen und in den Zeilen bei den als Nachrichten getarnten Behauptungen zu Syrien, Ukraine, Russland, Jemen, Bolivien, Kuba, Korea, Iran, Venezuela, usw., usf., ist zur permanenten Regel geworden. Die unterschwellige Idealisierung neoliberalistischer Projekte und Interventionen und die letztendlich immer wohlwollende Nachsicht gegenüber transatlantischen Militärs und neoliberalistischen Akteuren, schmerzt einen Menschen mit unabhängigem Gerechtigkeitsempfinden.
Doch, sofern wir den Apparat als Ganzes angreifen und nicht nur seine Scharmützel beklagen wollen, bleibt die Effektivität solcher Kritik weit unter einer gewissen Wirksamkeitsschwelle. Darüber hinaus läuft man immer Gefahr, für eine Gegenseite einzutreten (hier etwa russische, syrische, iranische Administration, usw.), bei der wir niemals wissen können, ob sie es auch nur im Geringsten verdient.

e. - Rechts und Links - politische Positionierung
Auch politische Positionierungen sind überflüssig und kontraproduktiv. Ein Mensch, der sich als Teil der fehlenden Opposition versteht, hat sich als oberstes Ziel die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen gesetzt. Auch wenn er das in einer derart umfänglichen Art und Weise tut, dass sich dadurch unter den Menschen heute beispielsweise auch nachhaltige soziale Fortschritte und mehr dauerhafte Gerechtigkeit ergeben, muss er deshalb noch lange kein politisch Linker sein.
Es ist bei ihm eher umgekehrt: Er stellt keine typisch linken Forderungen, sondern er fordert einen neuen und menschlichen Rahmen für die zukünftige Wirtschaft, aus dem sich dann automatisch auch von Linken formulierte positiv-soziale Effekte ergeben.

Ohnehin ist die Charakterisierung der politischen Ausrichtung in der Gegenwart sehr heikel geworden. Wer nur nach den Plaketten urteilt, die politisch aktive Menschen sich ans Revers gesteckt haben, bzw. die ihnen von anderen angesteckt wurden, kann oft sehr falsch liegen. So ist beispielsweise in der heutigen Linkspartei das gesamte Spektrum von transatlantischen Systemfreunden bis hin zu überzeugten Antikapitalisten zu finden. Dass dieser Umstand den Linken selbst bewusst ist, zeigt die Diskussion zur Aufspaltung der Partei, wie sie von Frau Wagenknecht und Oskar Lafontaine begonnen wurde.
Ein Teil der Linken hat an transatlantischen Erwägungen Gefallen gefunden und ist durch die Akzeptierung ihres individuell zusammengestellten Korruptionspakets "brav" geworden. Dadurch konnten sie sich den meisten Diffamierungsattacken von Seiten des Apparats weitgehend entziehen. Die MS-Medien bezeichnen sie gar als die Realistischeren. Andere wollen sich solchen Aufweichungen keinesfalls ausliefern und bleiben ihrer Grundhaltung treu. Doch damit schlafen sie nachts schlecht.
Auch bei den Linken erfolgt gerade die Trennung in Realos und Fundis, wie sie bei den Grünen vor Jahren schon durchgezogen wurde. Die grünen Realos wurden dann von den Propagandastrukturen des Apparats schonend behandelt, während man die anderen, deren Kritik an den Verhältnissen wesentlich elementarer ausfiel, dann dem öffentlichen Mobbing bei völliger Unterschlagung ihrer Inhalte unterzog.

Doch selbst die Fundis bei den Linken sind alles andere als dazu befähigt, eine derart konträre und umfängliche Kritik zu äußern, wie es die fehlende Opposition tun muss. Ihr Denken verharrt allzusehr in der Logik des herrschenden Wirtschaftssystems. Mit dem Bild des maroden Hochhauses oben ausgedrückt könnte man sagen: Auch sie plädieren lediglich für umfangreiche Sanierungen der einsturzgefährdeten Bauteile an diesem Gebäude auf schwammigem Untergrund. Den Plan für einen kompletten Neubau haben sie nicht vorzuweisen.
Immerhin ist damit zu rechnen, dass aus ihrem Lager ziemlich viele Teil der fehlenden Opposition werden könnten, sofern ihnen die sozialen Ziele wichtiger sind, als die Partei, von der sie glauben, dass sie die Ziele anstrebt.

Zur anderen Seite hin, zum rechten politischen Spektrum, ist für einen Zukunftslobbyisten die allerhöchste Vorsicht geboten. Für die fehlende Opposition gibt es hier keine Argumentation zu finden, die zu gebrauchen wäre. Grundsätzlich sind rechte Ansichten und Handlungsoptionen für eine gerechte und nachhaltig funktionierende Gesellschaft definitiv unbrauchbar.
Nationalsozialismus, Antisemitismus, Xenophobie, Rassismus, Homophobie und sonstige Anmaßungen innerhalb der Weltgesellschaft teilen die Menschen in Gute und Schlechte auf und ermächtigen sich dann selbst, gegen die "Schlechten" vorzugehen.
Genau das tut auch der Apparat mit seinem Prinzip "Profit aus Zerstörung", und zwar in zweifacher Hinsicht. Er teilt zunächst die Menschengenerationen auf und stempelt die zukünftigen als "Schlechte" ab, als solche, auf die keinerlei Rücksicht genommen werden muss, deren Anteile am Planeten man ruhig jetzt und zum eigenen Vorteil verprassen darf und deren daraus folgendes Elend den heutigen Apparatschiks am Hintern vorbei geht.
Zum Anderen teilen sie die gegenwärtigen Generationen in "Gute" und "Schlechte" auf, wobei die "Guten" ihresgleichen und die Kollegen im Apparat sind. Als die "Schlechten" bleiben die anderen 99,9...% der Weltbevölkerung übrig, die man sich halten darf, wie Nutzvieh im Stall bei möglichst niedrigen Fütterungskosten, und möglichst sicherem Gehege. Aus ihnen will man ja schließlich den maximal möglichen Profit rauspressen.

Die Gewohnheit von Rechten in Deutschland sich gegen Flüchtlinge zu wenden, ist so ziemlich das letzte. Das Schicksal geflüchteter Menschen ist fast immer durch Interventionen des Apparats verursacht worden, ob direkt durch Krieg und Geheimdienstarbeit, indirekt durch Boykott, Sanktionen, Vorgaben des IWF, Kredite und deren Gewährungsbedingungen, Landgrabbing, Wirtschaftsreformen, Naturzerstörung und andere Effekte des Klimawandels, infolge sogenannter "Freihandelsabkommen" und sonstiger wirtschaftlicher Würgemaßnahmen oder durch die Begünstigung verbrecherischer Regierungen, welche zwar großzigig den Abbau von Bodenschätzen erlauben, aber die zügige Entwicklung ihres Landes zur eigenständigen Nation blockieren. - Richtig ist: Wir selbst verursachen die Flüchtlingsbewegungen!

Das soll jetzt nicht heißen, dass wir in Deutschland alle Flüchtlinge aufnehmen müssen, sondern dass sich Deutschland rechtzeitig, laut und gegen den Apparat für die Bewahrung deren Heimat einsetzen müsste. (Ein solcher Einsatz wäre im übrigen auch unverzichtbarer außenpolitischer Bestandteil eines nachhaltigen Wirtschaftssystems). Sofern die Aufnahmen nicht mehr abzuwenden sind, gäbe es wesentlich bessere Umstände, unter denen dies hätte organisiert werden können.
Außerdem: Wenn die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen nicht gestoppt wird, verlieren in den nächsten Jahrzehnten mehrere Hundert Millionen Menschen ihre Heimat und müssen anderswo auf diesem Planeten untergebracht und angesiedelt werden. Daran hat gerade auch das mit neoliberalistischen Profitprinzipien reich gewordene Deutschland die Pflicht, sich zu beteiligen. Deutschland tut bis heute nichts dafür, die Lebensgrundlagen weltweit zu schützen, es tut nichts effektives gegen die Übervölkerungen in Drittweltstaaten, nichts zur dauerhaften Befriedigung in Übersee und optimaler Entwicklung regionaler Chancen.
Dafür werden wir die Rechnung zahlen müssen, und darauf können wir uns jetzt mit einer realistischeren Politik zum Umgang mit Flüchtlingen vorbereiten. Die Dimensionen werden ganz andere sein, als die Zahlen im Jahr 2015. Wenn dies Leuten mit rechtsextremem Bewusstsein nicht passt, hätten sie sich mal rechtzeitig gegen das Gebaren des Apparats wenden müssen, statt einfach nur die Annehmlichkeiten daraus für sich persönlich mitzunehmen.

Was Ressentiments gegen Religionen angeht, so ist zu unterscheiden. Pauschale Angriffe auf diese sind zu verurteilen. Hierzu zähle ich auch etwa die Behauptung, dass die angebliche Weltverschwörung eine jüdische sei. Wieso das denn? Nur weil die Juden seit dem Mittelalter von normaler Berufstätigkeit eher ausgeschlossen waren, sie sich daraufhin verstärkt dem Geldverleih widmeten und sie auch deshalb einen höheren Anteil an den Bankengründern im aufkommenden Kapitalismus haben?
Der wahre Grund, wenn jemand diesen Unsinn behauptet, ist sein eigener Antisemitismus, sein innerer Nazi-Schweinehund im Kopf. Außerdem wäre mit dieser Behauptung, was den Kampf gegen den Apparat angeht, ebenfalls nichts gewonnen. Aus ihr kann keinerlei nützliches Argument für einen Widerstand gegen die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen auf breiter Basis gezogen werden.

Ebenso abstrus ist die Verteufelung des Islam und die Angstmache vor angeblicher "Islamisierung". Islamisten sind rechtsradikale Hardliner ihrer Religion, und diese Art von Extremisten kommen in jeder anderen Religion ... (Weiterlesen, Teil 3)